Sajid Javid, der neue britische Innenminister.

Bild: Ministry of Housing, Communities and Local Govt / flickr.com (CC-by-ND 2.0)
Gestatten: Sajid Javid, Innenminister Großbritanniens

Schon ist die erste Woche im Amt um: Sajid Javid heißt der seit Montag neue britische Innenminister. Dabei kam der 1969 in Rochdale geborene Sohn pakistanischer Einwanderer auch mit ein bisschen Glück zu Amt und Würden.

Vorgängerin Rudd musste gehen

Denn seine Vorgängerin Amber Rudd stolperte über einen medial aufgebauschten Migrantenskandal; es ging um fehlende Papiere von Einwanderern aus den ehemaligen britischen Kolonien in der Karibik, woran anscheinend die Ministerin schuld war. Regierungschefin Theresa May entschuldigte sich jedenfalls bei den Einwanderern und deren Nachkommen, Rudd musste ihren Hut nehmen, und so war der Weg frei für Sajid Javid.

Karrieremensch mit Stallgeruch

Javid hatte zuvor schon eine erfolgreiche Karriere hingelegt, unter anderem war er erst Wirtschafts-, dann Finanzsekretär des Finanzministeriums sowie Kultur- und Wirtschaftssekretär des Kabinetts, später noch Gemeindesekretär. Vor allem aber haftet ihm ein gewisser, vertrauter Stallgeruch an, denn Javid war auch „Managing Director“ bei der Deutschen Bank. Doch es ist nicht nur seine Banken-Vergangenheit, die in den sozialen Medien für heftige Diskussionen sorgt.

Negativbeispiel Khan

Obwohl Javid selbst von sich behauptet, kein praktizierender Moslem zu sein, schwant vielen eingeborenen Briten Übles. Denn auch der seit Mai 2016 amtierende Bürgermeister von London, Sadiq Khan (ebenfalls Moslem pakistanischer Herkunft), sprach im Wahlkampf noch von Säkularität und Laizismus, seine Frau stand mit offenem Haar lächelnd daneben. Kaum war er gewählt, stand die Bürgermeistergattin weiterhin lächelnd, aber plötzlich mit Kopftuch daneben.

„Londonistan“ als „Shithole“

Die Mahner und Warner in den sozialen Medien werden nicht müde, nach knapp zwei Jahren unter Khans Regentschaft auf dessen „Erfolge“ hinzuweisen: Immerhin hat es in Khans London erstmals in der modernen Geschichte mehr Morde gegeben als in New York. In puncto Säure-Attacken steht die Metropole an der Themse sowieso unangefochen an der Spitze. Politisch inkorrekte Kommentatoren zürnen gar, das nur noch von einer Minderheit ethnischer Briten bewohnte „Londonistan“ wäre unter Khan zu einem „Shithole“ verkommen.

Ob Sajid Javid, dem als Innenminister nicht nur die Polizei, sondern auch die Geheimdienste teilweise unterstehen, für Großbritannien eine bessere Wahl ist als sein Landsmann Khan? – Viele Briten sind da eher skeptisch.

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