Arik Brauer mahnt: „Jetzt zu sagen, wir sind edel und die sind unedel, bringt nichts.“

Bild: Franz Johann Morgenbesser / Wikimedia CC BY-SA 2.0
Arik Brauer kritisiert das Mauthausen-Komitee wegen Ausladung der FPÖ-Minister

Schriftsteller Michael Köhlmeier, der bei der Gedenkfeier im Parlament mit seiner Rede für einen Eklat sorgte, sollte sich bei Arik Brauer eine Anleitung holen, wie man eine Gesellschaft eint und nicht spaltet. Im Kurier übte Brauer scharfe Kritik am Mauthausen-Komitee für die Ausladung der FPÖ-Politiker zu den Feierlichkeiten der Befreiung des Konzentrationslagers.

Mauthausen-Komitee hat schweren Fehler gemacht

Das Mauthausen-Komitee habe da einen schweren Fehler gemacht, führte Arik Brauer weiter aus und begründete seinen Vorwurf folgendermaßen:

Ich bin prinzipiell dafür, dass man miteinander spricht. Jetzt zu sagen: Wir sind edel und die sind unedel, bringt nichts. Ich habe den geistigen Sturm des Nazi-Faschismus erlebt. Wer nicht dabei war, kann sich gar nicht vorstellen, was eine Massenekstase ausmacht. Das kommt nicht wieder. Was die FPÖ betrifft: Es gibt sie. Sie hat einen Teil der Bevölkerung hinter sich, die keine Massen-Nazis sind. Deswegen werden wir mit ihr leben müssen. Ob uns das gefällt oder nicht, ist unerheblich. Dass die FPÖ-Minister nicht nach Mauthausen eingeladen sind, ist ein großer Fehler.

Erste Anzeichen für Umbruch in der FPÖ

Außerdem würden laut Brauer nicht jene Vertreter nach Mauthausen kommen, die im Verdacht des Antisemitismus stehen. Sondern jene Politiker, deren historische Aufgabe es ist, die FPÖ zu einer demokratischen Partei zu formen. Für den Umbruch gebe es die ersten Anzeichen. Man müsse alles daran setzen, dass es in diese Richtung weitergehe.

Den toleranten Zugang zur FPÖ unterstreicht der Maler Arik Brauer, dessen Vater von den Nazis ermordet wurde als er 16 Jahre alt war, auch bei der Gedenkfeier am 8. Mai als Festredner, bei der auch FPÖ-Vizekanzler Heinz-Christian Strache eine Rede hält.

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