Proteste von Katholiken gegen das Kreuz – wie zuletzt in Deutschland – gibt es in Schottland nicht. Dort ist das Andreaskreuz heilig.

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Keine “theologische Korrektheit”: Ober-Sozialist im Zwielicht – aber nicht das Andreaskreuz

Als ein Erfolg der Unabhängigkeitsbewegung ist die jüngste Großdemonstration für die Unabhängigkeit Schottlands in Glasgow mit nach Polizeiangaben rund 35.000 Teilnehmern zu sehen, denengegenüber die Anhänger eines Verbleibes Schottlands bei Großbritannien nur ein verschwindend kleines Gegen-Grüppchen zusammenbrachten, das in englischsprachigen Medien mitunter gar nicht mehr erwähnt wurde.

Versammelt hatten sich nach Angaben des Veranstalters “All Under One Banner” sogar rund 60.000 Unabhängigkeits-Befürworter, die am 5. Mai durch die schottische Industriemetropole Glasgow zogen. Mit sich führten sie eine Unzahl schottischer Nationalfahnen mit dem weißen Andreaskreuz auf blauem Grund sowie gerade auch so manche katalanische Nationalfahne, ein Zeichen grenzüberschreitender Verbundenheit.

Kommentare kamen nicht gut an

Offensichtlich sind in Schottland die “Erkenntnisse” des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz. Kardinal Reinhard  Marx, wonach politische Förderung für das öffentliche Zeigen des Kreuzes in bejahendem Zusammenhang mit der eigenen Heimat “Spaltung, Unruhe, Gegeneinander” bringe, nicht so recht angekommen. Offensichtlich kommen dort auch die in dieselbe ablehnende Richtung gehenden Bemerkungen von Baden-Württembergs Ministerpräsidenten und Mitglieds des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (!), Winfried Kretschmann, wie von dessen Vorsitzendem Thomas Sternberg (!) gar nicht gut an!

Über jeder Kritik

Nirgends konnte etwa in Zusammenhang mit diesem großen Pro-Unabhängigkeitsmarsch beobachtet werden, dass in Schottland nun jemand Probleme mit dem Andreaskreuz auf der Nationalfahne und deren Verwendung in der Öffentlichkeit etwa bei einer patriotischen Großveranstaltung hätte. Nicht einmal ein Medium mit dem bezeichnenden Titel Socialist Worker erregte sich. Das Kreuz des Apostels und Märtyrers Andreas und seine Position auf der Nationalfahne bleiben in Schottland über jede Kritik erhaben.

Ganz anders steht es um den ohnehin fortwährend umstrittenen Chef der britischen Labour Party, Jeremy Corbyn. Die jüngste jemals unter dem allgemeinen Wahlrecht gewählte Abgeordnete zum britischen Unterhaus, Mhairi Black, erklärte in einem Interview, Britanniens oberster Roter habe im persönlichen Kontakt durchaus Sympathien für die Schottische Unabhängigkeit erkennen lassen, anders, als er sich nun öffentlich benehme 

Die schottische Unabhängigkeitsbewegung

Das pflichtschuldige Dementi seines Parteiapparates konnte nicht verhindern, dass es ein ziemliches Medienecho im noch vorhandenen Vereinigten Königreich gab und generell die Schottische Unabhängigkeitsbewegung in englischsprachigen Medien in den letzten Tagen wieder einmal ziemlich gepunktet hat.

Wenig schmeichelhaftes hatte nicht zuletzt die in Schottland erscheinende Tageszeitung The National über den Labour-Chef zu berichten. Lautete doch jüngst eine Überschrift “Corbyns Aufstieg sieht aus wie ein weiterer falscher Labour-Aufbruch” und eine andere “Jeremy Corbyn betrügt Arbeiter bei der Brexit-Abstimmung im Oberhaus” 

Deutschsprachige verschont

Na, immerhin werden noch Leser und Zuschauer deutschsprachiger Medien zumeist politisch und theologisch korrekt vor solchen Ereignissen verschont oder gerade einmal wohldosiert damit konfrontiert. In deutschsprachigen Landen wenden sich, wohl ganz “im Geiste des II. Vatikanischen Konzils”, gerade regierungssubvenionierte Kirchenleute gegen “zu viel” Wertschätzung für christliche Kreuze im öffentlichen Leben wie gegen patriotische Bewegungen. Da sind wir ja doch nicht in Schottland!

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