Ungarn sendet "Soros-Plan" an Van der Bellen - Medien leugnen wieder wichtigsten Punkt weg | Unzensuriert.at

Ungarn sendet "Soros-Plan" an Van der Bellen - Medien leugnen wieder wichtigsten Punkt weg

Von Ungarn erhielt Bundespräsident Van der Bellen jetzt detaillierte Informationen zum "Soros-Plan".  Foto: stephan-roehl.de / flickr.com / (CC BY-SA 2.0)
Von Ungarn erhielt Bundespräsident Van der Bellen jetzt detaillierte Informationen zum "Soros-Plan".
Foto: stephan-roehl.de / flickr.com / (CC BY-SA 2.0)

Die Diskussion um George Soros in Österreich ist nun um eine Facette reicher geworden. Der ungarische Außenminister Péter Szijjártó übermittelte (mit Datum 8. Mai) dem österreichischen Bundespräsidenten Alexander van der Bellen den Plan, wie, laut Soros, die Flüchtlingskrise zu bewältigen sei. Genaugenommen erhielt der Bundespräsident eine Sammlung von Links zu einer Reihe von ausgewählten Passagen des Planes.

Ob Van der Bellen Leser von unzensuriert.at ist, entzieht sich unserer Erkenntnis. Wäre er es, so hätte er sich bereits Tage zuvor nicht nur über den Inhalt des Planes bei uns informieren können, sondern auch darüber, welche Gefahren dieser in sich birgt. Unter „Was Soros wirklich plant und zur Asyl-Krise sagt“ analysierten wir seine Vorstellungen, ohne ihn in irgendeiner Form anzugreifen.

„Seriöse Medien“ stellen den Soros-Plan wieder falsch dar     

Nachdem die Berichterstattung in den sogenannten „Qualitätsmedien“ gerade um  das Thema „Migration“ alles andere als objektiv ist, wollen wir jetzt ergänzen, wie die Leser dieser Medien einmal mehr in die Irre geführt werden sollen. Wir wollen aufzeigen, wie neben kompletten Falschmeldungen bereits mit geringfügigen Verdrehungen der Wortwahl ein völlig falsches Bild gezeichnet wird.

Schon erster Punkt seines Planes schmeckt System-Medien gar nicht

Denn wörtlich heißt es da:

Erstens muss die EU in absehbarer Zukunft mindestens eine Million Asylsuchende jährlich aufnehmen. Und um dies tun zu können, muss die Last fair verteilt werden.
(First, the EU has to accept at least a million asylum-seekers annually for the foreseeable future. And, to do that, it must share the burden fairly)

Dieser Punkt wird nun völlig totgeschwiegen. Hieß es in ersten Medienberichten statt „aufnehmen müssen“  noch „damit rechnen“ oder „aufnehmen sollen“, so wird die Million jetzt sogar auf 300.000 Leute reduziert.

Wie aus einer Million plötzlich „nur“ 300.000 werden

Denn die 300.000 sollen wohl extra und vermutlich zusätzlich direkt nach Europa kommen. Vermutlich über „Direktimport“ per Flugzeug, getarnt als "Familiennachzug" samt Zweit-, Dritt- oder Viertfrau und deren Müttern wohl inbegriffen, wie die Praxis jetzt schon zeigt. Ein Musterbeispiel einer solchen Irreführung liefert uns die Kleine Zeitung in ihrer Printausgabe vom 2. Mai auf Seite 5:

Tatsächlich hatte er auf dem Höhepunkt der Krise geschrieben, die Gesamt-Union werde angesichts der Lage in absehbarer Zeit wohl einen Million Flüchtlinge aufnehmen müssen. In einem späteren Zeitungsartikel hatte er die Zahl auf 300.000 korrigiert…

Die Botschaft: Die Million entsprang aus der Zeit des „Höhepunktes“ der Flüchtlingskrise, inzwischen hat sich das beruhigt – es werden ja „bloß“ 300.000 werden. Betrachten wir nun, wie diese „Korrektur“ in der praktischen Umsetzung dann aussehen soll. Ein Blick auf die Webseite von George Soros klärt uns rasch auf. Der US-Milliardär  wörtlich:

Erstens muss die EU eine beträchtliche Anzahl von Flüchtlingen direkt aus den vordersten Ländern in sicherer und geordneter Weise aufnehmen. Dies wäre für die Öffentlichkeit weit akzeptabler als die aktuelle Unordnung. Wenn sich die EU verpflichte, jährlich sogar nur 300.000 Flüchtlinge aufzunehmen, würden die meisten echten Asylsuchenden ihre Chancen, ihr Ziel zu erreichen, als gut genug betrachten, um sie davon abzuhalten, illegal nach Europa zu gelangen.

Schwer vorstellbar, dass ein Soros so naiv ist, um anzunehmen, dass bei der Möglichkeit, legal und bequem einzureisen, dem „Flüchtling“ der Appetit vergeht, sich per Gratis-Rundum-Versorgungs-Paket bei uns samt Familie durchfüttern zu lassen wie bisher. Und auch die Schlepper würden wohl kaum resignierend das Handtuch werfen. Selbst die NGOs samt Asylindustrie wären wohl mehr als frustriert darüber. Und der Geburtenüberschuss von 30 Millionen Leuten pro Jahr (!) alleine in Afrika würde wohl auch nicht verschwinden, ebenso der utopische Problemlösungsansatz der Linken dafür, das kleine und überbevölkerte Europa als Auffangbecken dieser Bevölkerungsexplosion zu missbrauchen.

Keine Berichterstattung ohne Seitenhieb auf „Rechtspopulisten"

Und so geistern diese 300.000 statt einer Million jährlich plötzlich durch alle Medien, wenn von Soros und seinem Plan die Rede ist. So schreibt etwa der Kurier am 9. Mai:
 

Konkret hatte Soros 2016 vorgeschlagen, jährlich gedeckelt 300.000 Personen Schutz zu gewähren und die Menschen gerecht über alle EU-Länder zu verteilen. Damit stimmt Soros' „Plan" mit dem Plan der EU-Kommission überein, den viele osteuropäische EU-Staaten ja ablehnen. Soros’ Idee, die nichts mit der Flüchtlingskrise zu hatte und sie auch nicht auslöste, passt einfach gut ins Anti-EU-Narrativ vieler nationalistischer und rechtspopulistischer Politiker, die ein Diktat von oben heraufbeschwören.

Auch dieser Bericht ist völlig aus der Luft gegriffen, denn Soros hat nie behauptet, die Leute über „alle EU-Länder“ zu verteilen. Er will sie dort sehen, wo sie selber hinwollen und wo sie erwünscht sind. Wörtlich in Punkt 1 in der Originalversion seines Planes:

Placing refugees where they want to go – and where they are wanted.

Der Kurier setzt noch mit „gerecht verteilen“ eines drauf. Der Terminus „gerecht“ passt zwar eher zu einer Sonntagspredigt in einer Kirche, jedoch sicher nicht zu Soros, der wörtlich meint:

Must share the burden fairly“ (die Last fair verteilen).

Und unter Last versteht er Kosten und nicht Personen und schlägt auch Finanzierungsmodelle wie die Erstverschuldung der bis jetzt schuldenfreien EU vor. Und zu der mangels ausreichender Englischkenntnisse verursachten Fehlinterpretation dieser Aussagen reiht der Kurier somit auch irrtümlich falsche Schlussfolgerungen samt Primitivattacken auf sogenannte „rechtspopulistische“ Politiker dazu.  

Laut Presse gibt es gar keinen Plan

„Das also soll der „Soros-Plan" sein“, titelt die Presse zu dem Schreiben des ungarischen Ministers an Van der Bellen:

Ungarns Außenminister schickte Bundespräsident Alexander Van der Bellen den sogenannten „Soros-Plan" - eine Sammlung von sechs Zitaten auf einem A4-Blatt. Der Brief liegt der „Presse" vor.

Auch das ist eine bewusste Fehlinterpretation. Denn der ungarische Minister betitelte die von ihm angeführten Punkte nicht als Plan, sondern wörtlich als „die wichtigsten Punkte des Soros-Planes – mit Quellen“.  Wenn Soros selbst von seinem Plan spricht, hat das Wegleugnen desselben wohl Prawda-Qualität. Und die Presse weiter:

Im Beitrag für "Project Syndicate" unter dem Titel "Rebuilding the Asylum System" schrieb Soros, die EU müsse jährlich bis auf weiteres mit einer Million Asylsuchenden rechnen und diese auf die Mitgliedstaaten verteilen. Die EU hat niemals bekundet, eine solche Zahl an Flüchtlingen aufnehmen zu wollen.

Auch das oben Zitierte ist völlig aus der Luft gegriffen. Auch hier wieder die obligate Verniedlichung in der Wortwahl, wenn aus „jährlich aufnehmen müssen“ einmal mehr ein „…bis auf weiteres mit einer Million Asylsuchenden rechnen und diese auf die Mitgliedstaaten verteilen…“ werden. Von „verteilen“ ist fälschlicher Weise ebenfalls wieder die Rede und dass „die EU niemals bekundet hat, eine solche Zahl an Flüchtlingen aufnehmen zu wollen“ ist höchstens insofern richtig, dass die EU das zwar nicht "bekundet", jedoch intern festgelegt hat. 

50 Millionen Afrikaner soll die EU bis 2050 zusätzlich beherbergen

So hat ein dem Autor dieser Zeilen bekannter damaliger EU-Abgeordneter in einem Gespräch erklärt, dass in der EU „letzte Woche“ (es war im Jahre 2008) intern beschlossen wurde, dass bis 2050 etwa 50 Millionen Afrikaner nach Europa kommen sollen. Nur englische Zeitungen wie z.B. der angesehene Daily Express berichteten davon. Bei uns wurde (und wird) das natürlich verschwiegen. Mit Familiennachzug und Vermehrung kommt das Erwartungsziel bis 2050 mit einer Million afrikanischer Einwanderer ziemlich genau hin!

Warum nicht den Plan für sich selber sprechen lassen?

Es wird wohl seinen Grund haben, dass die Medien alles daransetzen, um Soros` Plan in einer Form zu präsentieren, dass er nicht als solcher wahrgenommen werden soll. Und wie eingangs schon erwähnt, findet man eine genaue Analyse in unserem Artikel hier vom 5. Mai.

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