Chef der Linkspartei vor Rücktritt, weil er sich eine Luxusvilla kaufte

Podemos-Anhänger halten hier noch das Bild ihres Chefs Pablo Iglesias in die Höhe. Jetzt sind sie von ihm enttäuscht. Foto: Nit electoral En Comú / Wikimedia CC BY-SA 2.0
Podemos-Anhänger halten hier noch das Bild ihres Chefs Pablo Iglesias in die Höhe. Jetzt sind sie von ihm enttäuscht.
Foto: Nit electoral En Comú / Wikimedia CC BY-SA 2.0

Vor sechs Jahren twitterte der Chef der spanischen Linkspartei Podemos, Pablo Iglesias, an einen Minister: “Wer sich eine Wohnung um 600.000 Euro kauft, ist nicht mehr glaubwürdig.” Heute kämpft Iglesias um seine eigene Glaubwürdigkeit, denn sein Vorwurf an die wirtschaftliche und politische Elite des Landes, mit dem er seine Partei groß machte, trifft plötzlich auf ihn selbst zu.

Mitglieder stimmen über Rücktritt ab

Iglesias und seine Frau, die Zwillinge erwartet, haben sich nämlich eine Luxusvilla am Land gekauft und sich so den Unmut mancher Podemos-Funktionäre und vor allem seiner Wähler zugezogen. Der Zorn der Fans auf ihren Kämpfer für Solidarität und Gleichberechtigung ist so groß, dass er jetzt sogar seinen Rücktritt als Podemos-Parteichef anbot.

Bis Sonntag sollen nun die Mitglieder der Partei über die Zukunft des Paares abstimmen. „Ja, sie haben mein Vertrauen“ ist eine der Antwortmöglichkeit, „nein, sie sollen zurücktreten“ die andere. So entscheidet also die Luxusvilla im Grünen über die weitere Zukunft des Podemos-Gründers. Siehe auch Bericht in der ZIB 2 am Dienstag (tvthek.ORF.at).

Auch in Österreich: Arbeiterführer wurde Wirtschaftsbonze

Jetzt ist in Spanien eine Diskussion darüber ausgebrochen, wie viel Luxus sich der Führer einer Linkspartei, der sich politisch für die sozial Schwachen einsetzt, leisten darf. Eine Diskussion, die wir in Österreich schon hinter uns haben, seit der selbsternannte Arbeiterführer und  damalige SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer als Wirtschaftsbonze Karriere machte oder einer seiner Vorgänger, Viktor Klima, VW-Chef in Argentinien wurde und dort das Luxusleben genoss.

Geld von Venezuelas Staatschef Maduro

Pablo Iglesias Aufstieg als Linkspartei-Chef ist zudem pikant, hat er doch mit Geld aus dem sozialistischen Venezuela, wo Staatschef Nicolás Maduro das Land in den Bankrott und die Menschen in Not führte, einen Fernsehsender in Spanien aufgebaut und sich so als Moderator Popularität in der Bevölkerung verschafft.

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