Gläubige auf der ganzen Welt können die beliebten Messen aus der bekannten Kathedrale nicht mehr online mitfeiern.

Foto: Bild: Sebastián Mosquera / Wikimedia (CC BY-SA 4.0)
Wegen Datenschutz: Gottesdienst im Freiburger Münster wird nicht mehr online übertragen

Die Festgottesdienste im Freiburger Münster werden vorerst nicht mehr live über das Internet übertragen. Auch die für kommenden Donnerstag angekündigte Übertragung des Fronleichnam-Gottesdienstes wurde abgesagt, berichtet der SWR. Das Erzbistum verwies auf die jetzt in Kraft getretene neue EU-weite Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) sowie auf das daraus resultierende kirchliche Datenschutzgesetz (KDG) der katholischen Kirche.

Datenschutz als Begründung

Auf katholisch.de erfährt man, warum die Kirche sich veranlasst sieht, so zu handeln:

Die Gottesdienst-Übertragungen aus dem Freiburger Münster waren beliebt: Gläubige auf der ganzen Welt konnten die Messen aus der bekannten Kathedrale online mitfeiern. Das hat nun ein Ende – wegen des Datenschutzes.

Bistumssprecher Michael Hertl erklärt auf der kirchlichen Internetseite im Interview die Details der Vorsichtsmaßnahme:

Wir glauben nicht, dass es eine Überreaktion ist. Denn kein Experte konnte uns bis jetzt bestätigen, dass es datenschutzrechtskonform ist, einen Video-Livestream ohne explizite Zustimmung der Abgebildeten zu senden, wenn man kein journalistisches Medium ist. Und das sind wir als kirchliche Pressestelle nach herrschender Meinung nicht. Wir hätten deshalb nicht nur alle Mitwirkenden wie Zelebranten, Ministranten und Chormitglieder einzeln um ihr Einverständnis dafür bitten müssen, sie im Video zeigen zu dürfen. Und Minderjährige hätten wir gar nicht zeigen dürfen, weil bei ihnen die Erziehungsberechtigten die Erlaubnis nur aufgrund einzelner, bereits vorliegender Aufnahmen erteilen dürfen. Das Risiko wäre also gewesen, dass theoretisch hunderte Personen Anzeige gegen uns hätten erstatten können.

Derartige Einverständniserklärungen seien für den Bistumssprecher “absolut nicht durchführbar”. Das Bistum kündigte an, gemeinsam mit kirchlichen Datenschutzexperten nach Lösungen zu suchen, um die Internetübertragung wieder zu ermöglichen. Es müsse, zwischen Datenschutzrecht und der Informationsweitergabe abgewogen werden, so der Bistumssprecher.

Zensur getarnt als Datenschutz?

Bis man soweit ist, besteht wohl die Gefahr, dass man in Brüssel weitere Maßnahmen “erarbeiten” wird, um das Internet noch besser in den Griff zu bekommen. Wenn sogar Übertragungen von Gottesdiensten jetzt nicht mehr stattfinden können, kann man sich leicht ausrechnen, was unliebsamen politischen Veranstaltungen in Zukunft drohen wird. Hier tarnt sich wohl Zensur als “Datenschutz”.  

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