Wien: „Marsch für die Familie“ erfolgreich mit rund 300 Teilnehmern | Unzensuriert.at

Wien: „Marsch für die Familie“ erfolgreich mit rund 300 Teilnehmern

Marsch für die Familie 2018 am Kohlmarkt. Foto: privat / zVg
Marsch für die Familie 2018 am Kohlmarkt.
Foto: privat / zVg

Am 16. Juni fand in Wien bereits zum siebenten Mal der „Marsch für die Familie“ statt. Wie jedes Jahr wurde die Kundgebung am selben Tag wie die „Regenbogenparade“ abgehalten, um ein Gegengewicht zu dieser Veranstaltung zu bieten. Der „Marsch für die Familie“ fordert den Schutz der traditionellen Familie, das Verbot der Abtreibung sowie das Ende von Gender-Ideologie und Frühsexualisierung.

Martin Lohmann: „Es gibt kein Recht, einen ungeborenen Menschen zu töten“

Die Kundgebung begann um 14.00 Uhr auf dem Michaelerplatz mit der Rede des bundesdeutschen Publizisten und Abtreibungsgegners Martin Lohmann. Er hielt eine gelungene Eröffnungsrede, in der er alle Forderungen des Marsches auf den Punkt brachte. Besonders ging Lohmann auf die Abtreibung ein. Es gebe nur das Recht auf Leben, aber kein Recht zu töten. Jeder Mensch, auch ein ungeborener, habe das Recht auf Leben. Man dürfe diesen kleinen Menschen nicht einfach töten, ohne ihn zu fragen.

Kaiserjäger spielten „Prinz Eugen der edle Ritter“

Nach der Rede von Lohmann setzte sich der Demonstrationszug in Bewegung. Der Marsch verlief über Kohlmarkt und Graben zum Stephansplatz. Dabei wurden die Demonstranten von der Blasmusikkapelle der Kaiserjäger begleitet. Diese spielten unter anderem „Prinz Eugen der edle Ritter“.

Die Kaiserjäger musizierten jedoch nicht während des ganzen Marsches, sondern gaben den Demonstranten auch die Gelegenheit, Parolen zu rufen. Unter anderem wurde gerufen: „Lasst euch nicht betrügen von diesen Gender-Lügen“. Vereinzelten linken Störern wurde zugerufen: „Die 68er-Pädophilen sind wieder da, sie nennen sich jetzt Antifa“ und „Zwei Geschlechter gibt es nur, alles andere ist Perversion pur“.

Andreas Laun fand klare Worte ohne jede zeitgeistige Anpassung

Auf dem Stephansplatz angekommen, hielt als erster der emeritierte Weihbischof von Salzburg Andreas Laun seine Rede. Er sprach etwa eine halbe Stunde und behandelte viele Themen. Gleich zu Beginn erwähnte er lobend Russland, wo ein Feiertag für die Familie, Liebe und Treue eingeführt wurde. Dass in der EU niemand auf so eine Idee komme, finde Laun schade. Ebenso traurig fand er es, dass Karl Marx in Deutschland ein Denkmal bekommen habe und es in Wien immer noch einen Karl-Marx-Hof gebe.

Laun: Heutige „christliche“ Politiker sind feige Mitläufer

Mit der europäischen Politik ist Laun generell sehr unzufrieden, besonders mit den angeblich christlichen Politikern. Diese sind für Laun nur feige Mitläufer ohne Rückgrat. Bei jeder Gelegenheit würden sie für die Abtreibung mitstimmen, obwohl diese dem Christentum fundamental widerspreche. Laun vertrat außerdem die Meinung „Merkel muss weg“.

400.000 demonstrierten in den USA gegen Abtreibung

Beim Kampf gegen die Abtreibung zeigte sich Laun optimistisch: In Washington demonstrierten im Jänner 400.000 Menschen dagegen, das sei eine enorme Zahl. Trump sei gegen die Abtreibung und werde diese in den USA voraussichtlich bald erschweren. Aus diesem Grund hat Laun von Donald Trump eine gute Meinung.

Syrisch-orthodoxer Bischof hilft christlichen Flüchtlingen

Wie in den letzten Jahren sprach auch dieses Mal der syrisch-orthodoxe Chorbischof Emanuel Aydin, der bereits seit Jahrzehnten in Österreich lebt. Er ist auch in der Flüchtlingshilfe tätig, hilft aber nur christlichen Flüchtlingen bei Arbeits- und Wohnungssuche. Aydin ist gegen jede unkontrollierte Zuwanderung sowie gegen die Bildung von Parallelgesellschaften, jeder Einwanderer müsse sich an die österreichische Gesellschaft anpassen.

Schwester Katharina Deifel: Christentum heißt nicht Gewaltlosigkeit

Die Dominikanerin Katharina Deifel hielt ebenfalls eine Rede. Sie befasste sich mit der Frage der Legitimation von Gewalt im Christentum. Oft werde dazu die Bergpredigt zitiert, wonach man nach einer Watsche auch noch die andere Backe hinhalten müsse. So werde gerne behauptet, im Christentum sei Gewalt verboten und ein Christ müsse auch Unrecht still ertragen.

Diese Interpretation sei jedoch Unsinn. Die Bergpredigt sei keinesfalls als Staatsverfassung zu verstehen. Gewalt sei im Christentum erlaubt, wenn sie zur Bekämpfung von illegitimer Gewalt diene. Auch Jesus sei keineswegs gewaltlos gewesen, denn er habe die Händler gewaltsam aus dem Tempel vertrieben.

Ein Christ dürfe also gegen Unrecht Widerstand leisten, ja er müsse es sogar. Je hilfloser die Opfer seien, desto eher müsse er einschreiten. Am hilflosesten sei ein ungeborener Mensch, daher gelte es vor allem, bei der Abtreibung Widerstand zu leisten.

Euthanasie ist auf dem Vormarsch

Graf Peter zu Stolberg befasste sich in seiner Rede mit dem Thema Euthanasie, auch Sterbehilfe genannt. Diese breite sich immer mehr aus, das menschliche Leben werde gering geschätzt, auch des Geldes wegen. So wisse er von Leuten, die das Begräbnis eines noch lebenden, aber offenbar todkranken Angehörigen noch vor einer geplanten Urlaubsreise „abwickeln“ wollten. Einem Arzt sei von Kollegen geraten worden, er solle bestimmte Patienten früher sterben lassen, da dies für seine Karriere besser sei.

Wolfram Schrems engagiert sich direkt vor der Abtreibungsklinik

Als letzter Redner sprach der Theologe Wolfram Schrems von der Lebensschutzorganisation Human Life International (HLI). Er gehört zu denjenigen, die vor der Abtreibungsklinik am Fleischmarkt stehen und versuchen, Frauen im letzten Moment zu überzeugen, nicht abzutreiben. Auf diesem Weg konnten laut Schrems schon hunderte Kinder, die abgetrieben werden sollten, vor dem Tod bewahrt werden. Jeder sei eingeladen, sich anzuschließen und mitzuhelfen.

Noch zahlreiche weitere Redner

Neben den bisher genannten sprachen noch folgende weitere Redner auf der diesjährigen Kundgebung:

  • Georg Immanuel Nagel (Verein Okzident)
  • Ján Čarnogurský (Ministerpräsident der Slowakei a. D.)
  • Dr. Alfons Adam (PRO VITA)
  • Prof. Dr. Heinrich Wohlmeyer

Ursprünglich hätten noch Marcus Franz (Arzt, ehemaliger Abgeordneter zum Nationalrat) und Ursula Stenzel (FPÖ, ehemalige Bezirksvorsteherin der Inneren Stadt) sprechen sollen. Beide waren jedoch aus persönlichen Gründen kurzfristig verhindert. Ursula Stenzel übermittelte Grußworte, die Graf zu Stolberg verlas.

Um etwa 17.00 Uhr war die Kundgebung beendet. Der Marsch für die Familie war wie schon in den letzten Jahren gut besucht, Unzensuriert schätzt die Teilnehmeranzahl auf gut 300. Linksradikale Störer waren nur in geringer Zahl vorhanden und wurden von der Polizei rasch entfernt.

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