Afrikaner in Schwimmwesten: Benetton macht Mittelmeermigranten zu neuen Markenmodels | Unzensuriert.at

Afrikaner in Schwimmwesten: Benetton macht Mittelmeermigranten zu neuen Markenmodels

Das italienische Bekleidungsunternehmen warb zuletzt mit afrikanischen Migranten für seine Marke. Foto: Tadeáš.Dohňanský / wikimedia (public domain)
Das italienische Bekleidungsunternehmen warb zuletzt mit afrikanischen Migranten für seine Marke.
Foto: Tadeáš.Dohňanský / wikimedia (public domain)
20. Juni 2018 - 14:30

Das italienische Bekleidungsunternehmen Benetton ist dafür bekannt, überspitzte und oftmals fragwürdige Werbung in jegliche politische Richtung zu veröffentlichen. Gerne zeigt sich der Markenhersteller auch von seiner vermeintlich menschenliebenden Seite und wirbt mit Kindern aller Hautfarben für Pololeiberl oder greift auf Menschen aus armen Regionen zurück, um die Botschaft einer friedliebenden Welt zu verbreiten.

Benetton im Kreuzfeuer

Nun dürfte die Werbeabteilung allerdings zu tief in die Trickkiste gegriffen haben und erntet einen Sturm der Entrüstung von ausgerechnet von jenem Milieu, das sie eigentlich bedienen wollen: Fluchthelfer und deren Unterstützer. Das Unternehmen setzte nämlich seine Marke unter ein Bild von Afrikanern, die gerade von einem Schiff der Organisation SOS Méditerranée „gerettet“ werden. Kritik hagelt es allerdings nicht nur von Gegnern der ungebremsten Zuwanderung, sondern auch von Befürwortern. In einer fast schon polemischen Art und Weise ist unter den dunkelhäutigen Männern mit knallroter Schwimmweste zu lesen: „United Colors of Benetton“.

SOS Méditerranée distanziert sich nun aber von der Kampagne des Bekleidungsunternehmens und zeigt sich empört über die kommerzielle Nutzung des Bildes, wozu sie auch niemals ihr Einverständnis gaben. Das mussten sie allerdings garnicht, denn der Fotograf des besagten Bildes dürfte seine Rechte an Benetton abgetreten oder verkauft haben, wodurch diese das Bild nützen dürfen.

Die Hilfsorganisation verurteilt die Werbeaktion dennoch und spricht weiterhin von einer „humanitären Tragödie“, die sich im Mittelmeer abspielen würde. Zuletzt weigerte sich Italien nämlich die rund 600 Migranten aus Afrika in ihrem Land aufzunehmen oder das besagte Schiff, die Aquarius, auch nur in einem italienischen Hafen anlegen zu lassen.

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