Nicht bei allen Roten ist die „Daseinsvorsorge“ so üppig gelungen wie bei Wiens Ex-Finanzstadträtin Renate Brauner.

Bild: SPÖ Wien, Seda Erol / flickr.com (CC BY-ND 2.0)
Während die Regierung arbeitet, malen die Roten den Teufel an die Wand

Der Absturz in die Bedeutungslosigkeit ist für heimische Politiker zumeist mit erheblichen Einkommensverlusten verbunden, weil ihre Inkompetenz offensichtlich wird. Daher die aktuelle Panik. Weil aber „Jessas“ – Panik ein schlechter Ratgeber ist, zeigen die aktuellen Wortspenden das ganze Ausmaß der intellektuellen Inkontinenz. Dabei kann man sich schon einmal kurzfristig in den Bereich des § 263 StGB (Verhetzung) und/oder des § 282a StGB (Aufforderung zu terroristischen Straftaten) verirren. Ob die Standardausrede „Satire“ dann noch hilft?

Neue Regierung legt den Finger in rote Wunden

ÖGB und Opposition haben in den vergangenen Jahrzehnten für zehntausende mehr oder weniger Qualifizierte ein sanftes und wohldotiertes Ruhekissen geschaffen: bei den Sozialversicherungen, bei der ÖBB, in diversen Landesregierungen und Energieversorgern. Und bei Spitalsbaustellen. Jetzt geht’s an Eingemachte: Die neue Regierung legt den Finger in zahlreichen Wunden! Grelles Licht in bisher dunkle Ecken! „Vollholler“ demaskiert! Ergo: Panik.

„Lohnraub“, „gefährdete Arbeiter“ und Aufruf zum „Sturm“

Hier eine Auswahl von Wortspenden (auch im Hinblick auf §§ 263 und 282): ÖGB-Genosse Wolfgang Katzian faselt von „Raubzug“, sieht „Freizeit, Geld und Gesundheit“ der armen Arbeiter gefährdet. Überhaupt sieht der ÖGB „Lohnraub“.

Genosse Max Lercher bastelt an „massivem Widerstand“ gegen die angebliche 60-Stunden-Woche. Anstiftung? Genosse Rainer Wimmer hofft auf „einen Sturm“ und will „die Gangart verschärfen“, weil „89 Prozent der Menschen“ (?) die Erweiterung ablehnen. 89 Prozent wovon?

Genosse Andreas Schieder fabuliert vom „Anschlag auf Arbeitnehmer“. Wer hetzt? Genosse Wilhelm Mernyi hofft – so wie Katzian – auf „zehntausende Menschen“ bei der Großdemo am 30 Juni. Genosse Rudolf Hundstorfer versteigt sich im Kurier (wo sonst?) zur Behauptung: „Der Regierung sind die Leute egal“. Zur Erinnerung: Hundstorfer war den Leuten egal – zehn Prozent als Präsidentschaftskandidat sollte zu dauernder Demut anregen. Wer hetzt jetzt?

Die linke Philosophin Isolde Charim erkennt „aus sicherer Entfernung“ (Wiener Zeitung-Kolumne) einen „Klassenkampf von oben“, was schlecht ist – die Richtung, nicht der Kampf. Der Verfassungsschutz ist leider derzeit nicht einschaltbar, weil mit sich selbst beschäftigt, und die Staatsanwaltschaft Wien ist wohl auch irgendwie überlastet.

Auf der Suche nach „Daseinsvorsorge“

Bemerkenswert, wie schnell die Meinung der Oberen über die Unteren zwischen „mündiger Staatsbürger“ und „rechtradikale Dumpfbacken“ pendelt. Ob das mit Wahlterminen zu tun hat, oder mit der Angst vor der Bedeutungslosigkeit? Immerhin gibt es nicht so viel „Daseinsvorsorge“ (Stichwort Renate Brauner) für all die „Volksvertreter“, die vom Volk getreten wurden.

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