Mit SPÖ-Chef Christian Kern machen sich nun auch die roten Gewerkschafter immer unglaubwürdiger in der Arbeitszeit-Debatte.

Foto: Bild: Thomas Jantzen/SPÖ / Wikimedia CC BY-SA 2.0
Skurril: Salzburgs rote Gewerkschafter erkämpften Zwölfstundentag für Mitarbeiter

In Wien sind die roten Personalvertreter noch für die parteipolitschen Interessen von SPÖ-Chef Christian Kern auf die Straße gegangen, um gegen den geplanten Zwölfstundentag auf Freiwilligkeit zu demonstrieren. In Salzburg wollen nun die selben Personalvertreter eine zwölf Stunden Rahmenarbeitszeit für die Bediensteten des Magistrats erreichen. Skurriler geht s nimmer!

Gewerkschaft verkaufte Zwölfstundentag als Erfolg

Dass der Magistrat in Salzburg nun einen Zwölfstundentag einführen möchte, darüber berichtete am Dienstag die ORF-Sendung „Salzburg heute“, in der ÖVP-Klubobmann Christoph Fuchs aus Salzburg seiner Verwunderung freien Lauf ließ:

Es ist schon sehr skurril, muss man sagen, wenn hier die rote Gewerkschaft Proteste auf der Straße organisiert, eine Groll-Propaganda der SPÖ eins zu eins übernimmt und gleichzeitig im Magistrat nach zehn Verhandlungen den flexiblen Zwölfstundentag als Erfolg verkauft.

Verlängertes Wochenende für Pendler

Der Wunsch für dieses Arbeitszeitmodell kam übrigens von den Mitarbeitern selbst, sagt – ebenfalls im ORF – der Vorsitzende der Personalvertretung Stadt Salzburg, Michael Duhatschek. Es wäre ein Vorteil für Pendler, die sich dann zum Beispiel mit dem Freitag und dem Montag ein verlängertes Wochenende verschaffen könnten.

Zwölfstundentag bei den ÖBB keine Neuigkeit

Wofür also hat die SPÖ und ihre vorgelagerten Gewerkschaften dann da am vergangenen Wochenende in Wien demonstriert? Das fragte man sich schon vor diesem Aufmarsch von Partei- und Gewerkschaftsbonzen, denn bei den ÖBB, wo Christian Kern lange Zeit Chef war, arbeitet schon jetzt rund die Hälfte der Mitarbeiter regelmäßig in Dienstschichten, die über zehn Stunden und bis zu zwölf Stunden Normalarbeitszeit dauern, unzensuriert berichtete.

In Kärnten bis zu 13 Stunden auf „Anordnung“

Und die Landesbediensteten in Kärnten müssen täglich bis zu 13 Stunden arbeiten. Es sind Überstunden auf „Anordnung“ und ohne Freiwilligkeit. Beschlossen schon in einem Gesetz aus dem Jahr 1998 unter dem damaligen ÖVP-Landeshauptmann Christof Zernatto und seinem Vize Michael Ausserwinkler von der SPÖ (!).

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