Exklusiv für "unzensuriert": Iraner fliegen nach Belgrad, deutsche NGOs schleppen sie weiter

Iraner in einem Hotel in Belgrad, mutmaßlich mit der Absicht, illegal nach Deutschland einzuwandern. Foto: privat / zVg
Iraner in einem Hotel in Belgrad, mutmaßlich mit der Absicht, illegal nach Deutschland einzuwandern.
Foto: privat / zVg
11. Juli 2018 - 13:00

Zahlreiche Iraner versuchen derzeit, illegal nach West- und Nordeuropa einzuwandern. Dabei werden sie von Serbien unterstützt. Serbien schaffte Ende 2017 die Visumpflicht für Iraner ab. Seither können vermeintlich Verfolgte aus dem Iran bequem und für wenig Geld per Direktflug nach Belgrad gelangen. Dort haben sie dann die halbe Balkanroute schon hinter sich und sparen nebenbei tausende Euro an Schlepperkosten.

Unzensuriert berichtet exklusiv aus Belgrad

Die Iraner nutzen dieses Schlupfloch in großer Zahl, wie aus Medienberichten hervorgeht. Auch ein Informant von unzensuriert, der vor Kurzem in Belgrad war, kann dies bestätigen. Er berichtete uns exklusiv über die regelrechte Invasion Belgrads durch Iraner und die Involvierung von NGOs als Schlepper.

Fast alle Hotelzimmer in Belgrad durch Iraner belegt

Unser Informant, nennen wir ihn Lukas, schreibt uns, dass er in ganz Belgrad nur sehr schwer ein Hotelzimmer finden konnte. Er bekam nach langer Suche nur ein Zimmer in einem billigen Hotel, das gerade umgebaut wurde. Über die Gründe dafür schreibt er:

Fast alle Hotels und Unterkünfte sind belegt durch IRANER! Die reisen mit ihren gesamten Familien (bis zu 16 Leute) an, um dann anschließend über Mittelsmänner/-frauen nach Deutschland oder Österreich weiterzureisen [...] Zum Frühstücksbuffet erschienen 88 Iraner von vier verschiedenen Familien aus demselben Dorf. Ich konnte mit einem Angehörigen ins Gespräch kommen. Die komplette Familie will nach Österreich oder Deutschland. Auf meiner Frage hin, wie sie nach Deutschland einreisen wollen, lächelte der Iraner und meinte, wo ein Wille da ist auch ein Weg, Inschallah.

Deutsche Asylindustrie im Schleppergeschäft

Mit „Inschallah“ gab sich Lukas nicht zufrieden. Er hakte bei dem Iraner aus der 16-köpfigen Familie, nennen wir ihn Ali, weiter nach, wie die Einreise nach Deutschland ablaufen würde:

Lukas konnte im Hotel selbst beobachten, wie die mutmaßliche Schlepperei durch die NGOs abläuft:

Nach dem Frühstück versammelten sich die Familienmitglieder in der Lobby. Dort erschien dann eine junge blonde Dame mit einem Herrn. Sie verteilten Informationsblätter in iranischer Sprache. Die junge Dame sprach auf Deutsch und ihr Begleiter übersetzte ins Iranische. Dabei konnte ich hören, dass die Dame den Iranern einen angenehmen Aufenthalt wünschte und für ihre Weiterreise Busse gemietet wurden. Die Busse würden in zwei Tagen am Hotel zur Abreise bereitstehen.

Iraner werden zunächst nach Rumänien gebracht

Mit diesen Beobachtungen konfrontierte Lukas nun wieder Ali, der selbst mit einem dieser Busse fahren wollte:

Auf meine Nachfrage, wohin sie in zwei Tagen weiterreisen, meinte der Iraner, nach Rumänien und von dort nach Österreich oder Deutschland!? 

„Fluchtgrund“: Schlechter Verdienst als Hirte im Iran

Lukas sprach mit Ali auch über die Gründe, warum so viele Iraner nach Deutschland wollten:

Der Iraner nannte als Hauptgrund die Armut und Perspektivlosigkeit in seinem Dorf. Sie seien alle Hirten und lebten von der Hand in den Mund. Ihn erreichten unglaublich positive Berichte seiner Freunde, die schon 2015 nach Deutschland einreisten. Von seinen Freunden erfuhr der Iraner, dass man visumfrei nach Belgrad reisen kann und von dort mit Hilfe von ASB und Help weiter nach Deutschland oder Österreich. Daraufhin haben er und die anderen Familien all ihre Tiere verkauft und sich One-Way-Tickets nach Belgrad gekauft.

„Flüchtgründe“ von Iranern sind teilweise absurd

Dass Iraner in aller Regel keine Fluchtgründe haben, ist nichts Neues. Die Deutsche Welle berichtete schon im April über die hanebüchenen Ausreden iranischer Flüchtlingsdarsteller, die sich offenbar nicht einmal mehr die Mühe machen, eine solide Geschichte zu erfinden. Da sagt ein Iraner zum Beispiel, sein Leben sei „irgendwie bedroht“. Ein anderer nutzt sein Piercing als vermeintlichen Asylgrund:

Alle wissen, wie wir im Iran leben. Es gibt keine Freiheit. Wegen eines Piercings wollte man mir mein Ohr abschneiden. Es gibt keine Zukunft für mich.

Manche machen sich offenbar mehr Mühe und geben sich als Christen, Homosexuelle oder Oppositionelle aus, wie Epoch Times aus einer Umfrage zitiert. In dieser Umfrage sagten aber auch einige Iraner direkt, dass sie schlicht am Wohlstand Europas, den die Europäer erarbeitet haben, teilhaben wollten.

NGOs äußern sich nicht zu den Vorwürfen

Der deutsche Arbeiter-Samariter-Bund und „Help – Hilfe zur Selbsthilfe“ sind laut eigenen Angaben seit Jahren in Serbien tätig. Der deutsche ASB hat sogar eine eigene Zweigstelle in Sarajewo für Serbien, Bosnien-Herzegowina und Kosovo. Der österreichische ASB ist laut eigenen Angaben in Serbien nicht tätig. Unzensuriert bat den bundesdeutschen ASB und „Help – Hilfe zur Selbsthilfe“ per E-Mail um eine Stellungnahme, keine von beiden antwortete.

Ergänzung 20.8.2018

Inzwischen ist ein "Stellungnahme" seitens Help – Hilfe zur Selbsthilfe e.V“ eingetroffen. Über ihren Anwalt lassen sie ausrichten, dass sie keine (illegalen) Reisen von Iranern nach Deutschland organisieren und auch keine Busse für illegale iranische Einwanderer. Weiters halten sie fest, dass bei dem beschriebenen Ereignissen auch keine Dame von „Help – Hilfe zur Selbsthilfe e.V“ anwesend war.

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