Umweltzonen sind wirkungslos, ja sogar kontraproduktiv. Trotzdem lässt sie Vassilakou prüfen – ohne zu verraten, was sie dafür ausgibt.

Bild: Jojo659 / Wikimedia gemeinfrei
Wien: Verkehrsstadträtin Vassilakou verschweigt Prüfergebnis zu umstrittenen “Umweltzonen”

Vizebürgermeisterin und Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou denkt sich immer neue Schikanen für Autofahrer aus. Aktuell prüft sie “Umweltzonen” in Wien, also Fahrverbote für den motorisierten Verkehr. Und dies, obwohl Umweltzonen nachweislich kontraproduktiv sind.

In Umweltzonen dürfen nur jene Fahrzeuge fahren, die bestimmte Abgaswerte einhalten, wenn die Luftqualitätsgrenzwerte nach aktueller Rechtslage nicht eingehalten werden. Pkw und Lkw müssen mit Plaketten auf der Windschutzscheibe gekennzeichnet sein und können dann in die Umweltzonen einfahren. Verstöße gegen die Umweltzone kosten aktuell in jenen Städten, die solche Zonen eingeführt haben, 80 Euro Bußgeld.

Keine Verringerung der Schadstoffemissionen durch Umweltzonen

Allerdings wurde das Ziel der Umweltzonen, die Schadstoffemissionen zu verringern, die durch den Straßenverkehr verursacht werden, nachweislich nicht erreicht. Im Gegenteil, die Umweltzonen führen sogar zu einem erhöhten Ausstoß von Stickstoffdioxid (NO2).

Eine wissenschaftliche Analyse des Fraunhofer-Instituts widerlegte den Sinn der Umweltzonen komplett. In den Gebieten mit Umweltzonen konnte kein nachweisbarer Beitrag zur Verminderung der Feinstaubwerte, jedoch ein höherer Ausstoß bei Stickstoffdioxid gemessen werden. Das hat technische Gründe: Moderne Fahrzeuge der Abgasnorm Euro 5 bzw. Euro V (grüne Plakette) stoßen zwar weniger Feinstaub, allerdings wesentlich mehr Stickstoffdioxid aus als ältere mit roter Plakette. Folglich kommt es in Gebieten mit Zufahrtsbeschränkungen für rote Plaketten zwangsläufig zu einem Zuwachs des Stickstoffdioxidausstoßes, und zwar in der Höhe von bis zu zwei Prozent.

Grün gegen Rot und gegen Opposition

Obwohl der Regierungspartner SPÖ Fahrverboten bereits im Februar eine Absage erteilt hatte und sich alle Oppositionsparteien gegen Umweltzonen aussprechen, lässt Vassilakou diese Maßnahme dennoch prüfen. Auf Nachfrage im Gemeinderat, was denn die Studie koste und was das Ergebnis sei, antwortete sie mit dem Verweis auf “Geheimhaltungspflichten”. Vielleicht möchte die Verkehrsstadträtin vor der amtierenden Umweltstadträtin Ulli Sima (SPÖ) das Ergebnis geheim halten, anders ist dieser Verweis nicht erklärbar.

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