FPÖ-Verkehrsminister Norbert Hofer drückt aufs Tempo: “Ich bin ein Freund des zügigen Verkehrs, nicht der Raserei.”

Foto: Bild: C Parlamentsdirektion / PHOTO SIMONIS
Verkehrsminister Hofer kündigt Teststrecke für Tempo 140 auf der Westautobahn an

In der Pressestunde des ORF am 22. Juli kündigte Verkehrsminister Norbert Hofer die Tempo-140-Teststrecke auf der Westautobahn für August an. Ab dann darf in Oberösterreich zwischen dem Knoten Haid und Sattledt 140 Stundenkilometer gefahren werden. Der Testbetrieb soll vorerst für ein Jahr laufen.

Die Anhebung des Tempolimits auf 140 sei eine “sehr langsame, sanfte Anpassung”. Eine weitere Anhebung, etwa auf 160, wie sie einst Hubert Gorbach geplant hatte, sei nicht angedacht. Geplant sei allerdings die Ausweitung des erhöhten Tempolimits von 140 auf andere Autobahnstrecken in Österreich.

Widersinnig: Teure Autobahnen für Langsamfahren

Der Herabsetzung des Tempos auf Autobahnen aus Gründen der Luftqualität, wie es etwa auf der Tauernautobahn im Tennengau der Fall ist, steht Hofer skeptisch gegenüber: “Wir bauen nicht um viel Geld neue Autobahnen, dass man dann dort langsamer fährt als auf der Landesstraße.”

Und das grüne Argument, wonach sich der Energieverbrauch durch niedrigere Tempolimits senken ließe, entkräftet Hofer mit dem schlüssigen Hinweis auf die technische Entwicklung bei den motorisierten Verkehrsmitteln. So würden heutige Autos viel weniger Energie benötigen als noch vor einigen Jahrzehnten.

Auch von der Begrenzung der Geschwindigkeit für Lkw über 7,5 Tonnen in der Nacht auf 60 Stundenkilometer in der Zeit von 22.00 bis 5.00 Uhr hält Hofer wenig. Dort wo es der Lärmschutz zulasse, sollten die Lkw schneller fahren dürfen.

Kritik von Stau-Erzeuger Knoflacher

Gegen Tempo 140 sprachen sich umgehend der grün-affine Verkehrsclub Österreich (VCÖ) und der verkehrspolitische Berater der rot-grünen Stadtregierung, Hermann Knoflacher, aus. Das ist jener “Verkehrsexperte”, der in Wien “die Autofahrer genervt”, die “Straßen verengt und systematisch Stau erzeugt” hat, wie er erst im Frühjahr öffentlich bekannte. Für ihn erhöht sich mit Tempo 140 das Unfallrisiko. Doch wenn man mit 140 auf der Autobahn schon in die Kategorie “Raser” oder gar “Rowdy” fällt, dann stimmt etwas nicht in der Auswertung tatsächlicher Unfallursachen und Verursacher.

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