Wer kann, sucht sich seine Nachbarn aus: Wo zu viele Sozialhilfeempfänger leben, wird es für die erwerbstätige Bevölkerungsgruppe ungemütlich.

Foto: Bild: Thomas Wolf / Wikimedia (CC-BY-SA-3.0)
Trend in der Bevölkerungsentwicklung: Soziale Durchmischung adé, dafür Segregation

In deutschen Städten differenziert sich die Bewohnerschaft immer weiter aus. So geht der Trend weg von der sozialen Durchmischung hin zum Wohnen unter Seinesgleichen.

Quartiere mit mehrheitlich Kindern von Sozialhilfeempfängern

Im Rahmen einer Sozialstudie des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung wurden 74 Städte im Zeitraum von 2005 bis 2014 untersucht. Demnach nahm in gut 80 Prozent der Städte die räumliche Ballung von Menschen, die Hartz-IV-Empfänger sind, stark zu. Am stärksten war sie dort, wo viele Familien mit kleinen Kindern und bereits viele bedürftige Menschen leben. In 36 Städten gibt es inzwischen Quartiere, in denen mehr als die Hälfte aller Kinder von Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II leben.

Dabei berücksichtigt die Studie noch nicht einmal die mehr als eine Million Armutsimmigranten seit 2015!

Nachbarn kann man sich aussuchen – wenn man es sich leisten kann

Die Ursachen für diese Segregation liegen auf der Hand, werden in der Studie aber nicht angesprochen: In vormals gute, gepflegte Wohngegenden mit preiswerten Mieten zogen nach und nach immer mehr Neubürger ein. Da wird oft die Hausordnung nicht beachtet, Müll findet sich überall, keiner fühlt sich mehr für Ordnung und Sauberkeit zuständig, Kindergeschrei bis spät in die Nacht, Jugendliche lungern auf den Spielplätzen herum – es sind Menschen mit einer anderen Lebenskultur.

Ältere Menschen, die sich beschweren, werden angemosert, natürlich nicht auf Deutsch. Es scheint niemand mehr zu arbeiten. Am Anfang sagen viele, ich lass mich doch nicht vertreiben. Aber irgendwann sind sie so genervt, dass sie ausziehen, wenn sie es sich leisten können. Wer es sich nicht leisten kann, muss bleiben. Das sind eben oft Geringverdiener, Hartz-IV-Empfänger und Ältere mit kleinen Renten. Und dieser Trend ist überall zu beobachten.

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