Die türkische Lira verliert weiter an Wert und schwächt Erdogans politischen Kurs.

Bild: Mu5ti / Wikimedia (PD)
Türkei: Landeswährung Lira bricht wegen Zinspolitik ein

Einen gehörigen währungspolitischen Bauchfleck legt derzeit die Türkei hin. Die Landeswährung Lira hat am 24. Juli 2018 an einem einzigen Tag mehr als vier Prozent ihres Wertes verloren. Gegenüber dem US-Dollar und dem Euro brach der Kurs jeweils deutlich ein. Grund dafür ist, dass der türkische Leitzins von der Zentralbank weiterhin bei 17,75 Prozent belassen worden ist. Analysten hatten mit einer Zinsanhebung auf 18,75 Prozent gerechnet, um die Inflation einzudämmen.

Durch diese inaktive Zinspolitik kam es auch zu deutlichen Kursrückgängen für türkische Staatsanleihen und der Aktienmarkt musste ebenfalls einen Kursverlust von zwei Prozent hinnehmen.

Türkische Inflation liegt bei 15 Prozent

Aktuell liegt die türkische Inflation bei 15 Prozent und damit auf Rekordniveau in den letzten eineinhalb Jahrzehnten. Hauptgrund für die nicht erfolgte Anhebung des türkischen Leitzinses soll eine strikte Anweisung von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan sein. Erdogan fürchtet durch höhere Zinsen einen weiteren Dämpfer für die Konjunktur und damit seinen wirtschaftspolitischen Kurs.

Mit seinem Schwiegersohn Berat Albayrak hat sich der türkische Staatschef darüber hinaus ein Familienmitglied an die Schalthebel der Finanzpolitik geholt, der seine Befehle bedingungslos ausführen soll. Gleichzeitig passt es auch gut ins Bild, dass Ankara mit dem marxistischen Venezuela, das unter einer Hyperinflation leidet, gemeinsame Sache bei der Goldveredelung macht.

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