Niger: 300.000 Migranten warten auf den Marsch nach Europa

Die Verkehrswege in der Migranten-Drehscheibe Niger Richtung Norden müssen nachhaltig unterbunden werden. Foto: T L Miles / Wikimedia (CC-BY-SA-3.0)
Die Verkehrswege in der Migranten-Drehscheibe Niger Richtung Norden müssen nachhaltig unterbunden werden.
Foto: T L Miles / Wikimedia (CC-BY-SA-3.0)
25. Juli 2018 - 17:02

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Das schwarzafrikanische Land Niger wird immer mehr zum Aufmarschgebiet für Auswanderer aus Afrika in Richtung Europa. Aktuell warten mindestens 300.000 Migranten in diesem Transitland auf den Weitermarsch in Richtung Libyen und dann auf eine Überfuhr nach Italien. Die in Niger aktuell aufhältigen Auswanderer sind sowohl Binnenflüchtlinge als auch Einwanderer aus anderen afrikanischen Staaten. Rund 140.000 Flüchtlinge sind das Resultat von kriegerischen Auseinandersetzungen mit islamistischen Milizen in Niger selbst.

Moslem-Terror sorgt für immer mehr Heimatvertriebene

Dazu kommen rund 100.000 Nigerianer, die aus ihrem Heimatland zum Teil wegen der Auseinandersetzung mit der islamistischen Terrormiliz Boko Haram ins Nachbarland ausgewandert sind. Und aus Mali sind mehr als 50.000 Migranten nach Niger illegal über die Grenze gekommen. Weitere 2.000 Migranten sollen aus dem Sudan in Niger aufhältig sein. Gleichzeitig warten 50.000 Migranten in Libyen, um wieder nach Niger zurückgeschafft zu werden.

Europäischer Grenzschutz muss in Niger beginnen

Sicherheitsexperten sind sich über die Lage in Nordafrika einig. Will man mittel- und langfristig Europa vor der Masseneinwanderung aus Afrika schützen, dann darf man nicht erst an den Küsten Libyens oder gar im Mittelmeer mit entsprechenden Gegenmaßnahmen beginnen. Um hunderttausende von Afrikanern erst gar nicht an die Küsten Nordafrikas kommen zu lassen, muss bereits in Niger ein entsprechendes Grenz- und Abwehrregime aufgebaut werden.  Niger gibt bereits jetzt 21 Prozent seines Budgets für Sicherheit aus.

Kosten für Grenzsicherung in Afrika steigen

Die Kosten könnten in Zukunft noch steigen, in der Europäischen Union aber auch einen Mitfinancier erhalten, wenn die Riegelwirkung gegenüber Schwarzafrika und den dort  wanderungswilligen Menschen funktioniert. Italien hatte etwa unter einer Linksregierung bereits in der Vergangenheit in Libyen in Zusammenarbeit mit lokalen Milizen den Küstenschutz unterstützt.

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