AMS-Beispiel widerspricht Phantasiezahlen der Schuldnerberatungen – Unzensuriert

Wer wenig bis nichts ins Sozialsystem eingezahlt hat, bekommt bei weitem nicht das, was man laut Schuldnerberatungen angeblich zum Leben braucht.

Foto: Bild: Screenshot oe24.at, Auszug AMS-Brieg
AMS-Beispiel widerspricht Phantasiezahlen der Schuldnerberatungen

“Experten” von Schuldnerberatungen haben anlässlich der 150-Euro-Challenge unlängst vorgerechnet, dass man 1.416 Euro monatlich zum Leben bräuchte. Die Mainstream-Medien übernehmen das ungeprüft. Dabei sorgen mehrere Angaben für Kopfschütteln. Etwa, dass monatlich 80 Euro für den öffentlichen Verkehr notwendig seien. Nun, das wären im Jahr 960 Euro. In Wien kostet die Jahreskarte der Wiener Linien gerade einmal 365 Euro.

Auch Phantasiezahlen über Kleidung und Schuhe (51 Euro) sowie Möbel (72 Euro), die Gesundheitsvorsorge (34 Euro) und soziale und kulturelle Teilhabe (130 Euro) verblüffen, zumal nicht genau erklärt wird, was man darunter verstehen muss. Bei einer richtigen Gesundheitsversicherung – also eine private Krankenvorsorge – müssten jedenfalls 100 Euro pro Monat aufwärts investiert werden. Obwohl längst widerlegt, meinen die Schuldenberater, dass man für Nahrungsmittel monatlich 354 Euro brauche.

Wer nichts einzahlt bekommt wenig

Ausgerechnet die Schuldnerberatungen müssten wissen, dass Arbeitslose, Arbeitssuchende oder in Schulung befindliche Personen durchaus weniger zum Leben haben. Vor allem dann, wenn man ins Sozialsystem nichts oder sehr wenig einbezahlt hat. Eine Person lebend in Wien mit Geburtsjahr 2000 erhielt im Dezember 2016 vom Arbeitsmarktservice ein Schreiben, das einen pauschalen täglichen Anspruch von 12,25 Euro angibt. Das sind Beihilfen zur Deckung des Lebensunterhaltes und zu den Kursnebenkosten. Der damals 16-jährigen Person wurden die Kosten aufgrund einer AMS-Schulung zugesprochen. Mit den etwa 367 Euro monatlich könnten nicht einmal die Wohnkosten abgedeckt werden.

Die Schuldnerberatungen wären gut beraten, auch Zahlen zu nennen, wie viel wirklich jemand zum Leben braucht, wenn er oder sie noch nie etwas gearbeitet hat und auf Kosten anderer lebt.

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