Reinhold Messner ist ein Gegner des Doppelpasses für Südtiroler. Aber wenn er kommt, müsste er für alle gelten.

Foto: Bild: blu-news.org / Wikimedia (CC BY-SA 2.0)
Reinhold Messner lehnt Doppelpass ab, fordert diesen aber energisch für die Trentiner

Beim Doppelpass dürfte Österreich die Trentiner nicht ausschließen, sie hätten einen historischen Anspruch darauf, so Extrembergsteiger Reinhold Messner gegenüber dem ORF und wörtlich meinte er:

Ich lege wert darauf, dass klar wird, dass die Trentiner rein emotional das gleiche Recht haben, sollte dieser Blödsinn eines Doppelpasses angeboten werden. Denn die Trentiner haben mit der gleichen Vehemenz das Kaiserreich verteidigt, 15 bis 18, wie die Südtiroler. Im Übrigen wurden zwischen 14 und 18 mindestens so viele Trentiner in Galizien gegen Russland verheizt für das Kaiserreich.

Welschtiroler hinterlegten Unterschriften

Ein Großteil im Trentino soll das – laut ORF-Bericht – ähnlich sehen. Welschtiroler Schützen hinterlegten vor einigen Wochen zweitausend Unterschriften in Wien, um den Doppelpass für das ganze Südtirol zu fordern. Welschtirol ist die Bezeichnung des italienischen Teils von Südtirol südlich der Salurner Klause (Provinz Trentino).

Messner, der Alt-68iger, unterstrich, selbst nicht an einem Doppelpass interessiert zu sein. Er hoffe auf einen europäischen Pass. Denn der Doppelpass würde den ethnischen Frieden in Südtirol gefährden.

Souveräne Entscheidung Österreichs

Vor bald 100 Jahren wurde Südtirol gegen den erklärten Willen seiner Bevölkerung vom übrigen Tirol und von Österreich abgetrennt. Seither sind die Südtiroler gezwungen, unter einem anderen Staat zu leben. Die Möglichkeit, die damals geraubte Staatsbürgerschaft wiederzuerlangen, wird daher als ein Akt der Wiedergutmachung angestrebt.

Dagegen laufen Italiens Nationalisten Sturm. Doch Italien hat für seine Volksgruppen in Slowenien und Kroatien und die AuslandsItaliener längst und problemlos die Doppelstaatsbürgerschaft eingeführt. Damals gab es keine große Diskussion über “einseitige Maßnahmen”, EU-Recht, Begründungen, Militärdienst oder dergleichen. Es wurde gemacht. Wohlgemerkt nicht nur für die kleinen italienischen Minderheiten in den östlichen Anrainerstaaten von Ex-Jugoslawien, sondern für alle, die bis in die dritte Generation italienische Vorfahren nachweisen können, die ausgewandert sind.

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