Mieser Journalismus: "Österreich" lässt anonyme Diplomaten auf Kneissl losgehen

Karin Kneissl ist eines der profiliertesten Mitglieder der türkis-blauen Regierung. Der Zeitung "Österreich" passt das anscheinend nicht.  Foto: Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres / Wikimedia (CC BY 2.0)
Karin Kneissl ist eines der profiliertesten Mitglieder der türkis-blauen Regierung. Der Zeitung "Österreich" passt das anscheinend nicht.
Foto: Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres / Wikimedia (CC BY 2.0)
9. August 2018 - 9:58

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Das "Sommerloch" (das es bei unzensuriert nicht gibt) treibt bei den sonstigen Medien seltene Blüten. Besonders bei der Tageszeitung Österreich, bei der den Schreibern anscheinend die Hitze in den Kopf gestiegen ist. Denn schon zum wiederholten Male rückt das Fellner-Blatt aus, um gegen die äußerst erfolgreiche und beliebte, von der FPÖ nominierte Außenministerin Karin Kneissl Stimmung zu machen.

Schlagzeile sorgt für Kopfschütteln

War es vor wenigen Tagen noch der Hochzeitsartikel, in dem sich eine Braut beschwerte, wegen der Heirat von Kneissl müsste sie eine Viertelstunde früher zum Altar, was dann nicht passierte, da die Außenministerin ihre Trauung verlegte, so ist es am 9. August wieder eine Schlagzeile, die nur noch für Kopfschütteln sorgt: "Diplomaten proben den Aufstand gegen Kneissl".

Angeblich aufständische Diplomaten bleiben anonym

Allerdings: Es wird kein einziger Name genannt, der das bestätigt. Im Gegenteil wird sogar berichtet, dass die Außenministerin mit ihren Mitarbeitern kollegial umgehe, und gleich zu Beginn des Artikels wird Kneissl für ihre gute Ausbildung abgefeiert:

Dass Karin Kneissl eine unbestritten gute Ausbildung – internationale Eliteuniversitäten – und viel Ahnung von internationaler, speziell jener des arabischen Raumes, Politik hat, bestreitet keiner im Außenamt.

Journalisten zu Auslandsreisen nicht mehr eingeladen

Am Ende des Artikel aber könnte der wahre Grund für die miese Kampagne gegen die Außenministerin liegen. Da steht verräterisch geschrieben:

Die Nahost-Expertin hat zuletzt selbst in einem Interview in der Presse erklärt, dass sie keine Journalistengruppen mehr auf Reisen dabei haben wolle. Journalisten – Kneissl war von 1998 bis 2003 selbst als Freie tätig – würden „langweilige Fragen stellen“, monierte sie. Ähnlich dürfte sie unliebsame Diplomaten abkanzeln.

Ist der Österreich-Journalist böse, weil er in Zukunft mit Karin Kneissl nicht mehr auf Reisen gehen und so wie mit ihren Vorgängern die Welt sehen kann? Wird bei Österreich so Journalismus gemacht? Nur auf den eigenen Vorteil bedacht? Es schaut fast so aus.

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