Der „Standard“ will das wahre Problem der SPÖ ausgemacht haben – und irrt

Das wahre Problem der SPÖ ist ein inhaltliches. Wenig charismatische Führungspersönlichkeiten wie Wiens neuer Bürgermeister Micheal Ludwig verschärfen die Krise. Foto: SPÖ Presse und Kommunikation / Wikimedia (CC BY-SA 2.0)
Das wahre Problem der SPÖ ist ein inhaltliches. Wenig charismatische Führungspersönlichkeiten wie Wiens neuer Bürgermeister Micheal Ludwig verschärfen die Krise.
Foto: SPÖ Presse und Kommunikation / Wikimedia (CC BY-SA 2.0)
9. August 2018 - 10:50

Mehr zum Thema

Wie groß die Not in und mit der Sozialdemokratie ist, wird erst bewusst, wenn das rosarote Blatt, dessen Farbe Programm ist, darüber schreibt. So beklagt der Standard aktuell „das wahre Thema der SPÖ“.

Jetzt wird auch von wohlwollender Seite öffentlich ausgesprochen, dass Christian Kern ein „SPÖ-Chef auf Bewährung“ ist. Doch die genannten Alternativen wie Burgenlands Landesrat Hans Peter Doskozil oder Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser verfügen über genauso wenig Charisma, sodass im Standard-Forum ständig auf Sahra Wagenknecht verwiesen wird. Sie hat Charisma – und eine gänzlich andere Haltung zum Schlüsselthema schlechthin, der Invasion von Orientalen und Afrikanern in unser Land.

Das wahre Thema der SPÖ ist, dass sie längst nicht mehr weiß, für wen sie steht. Von einer Partei, die sich für das Arbeitseinkommen einsetzte, wurde sie zur Partei, die vor allem Menschen vertritt, die arbeitsloses Einkommen beziehen, von Asylanten bis Studenten.

Wien als Lackmustest

Und so konzentriert sich die SPÖ auf das letzte stramm linke Bundesland, das sie bis jetzt halten konnte: Wien. Der Standard schreibt das Wahljahr 2019 herbei – und geht völlig an der Realität vorbei. Beide Koalitionsparteien stecken in einer tiefen Krise und alle Umfragen sehen drastisch sinkende Zustimmung. Trotz Zugewinnen durch die Selbstauflösung der Grünen kann die SPÖ ihre bisherige Position bei weitem nicht halten. Warum sollten die beiden machtbesessenen Parteien auch nur einen Tag auf Posten und Funktionärsgehälter verzichten?

SPÖ Wien: System aus struktureller Korruption und Patronage

Dazu kommt, dass gerade die Sozialdemokratie in Wien ein System aus struktureller Korruption und Patronage entwickelt hat, das der Wiener SPÖ nun auf den Kopf fällt: Krankenhaus Nord, vierfacher Schuldenanstieg, Heumarkt-Hochhaus, Verkauf von Semmelweisklinik und Trabrennbahn Krieau, sechste Urlaubswoche für städtische Bedienstete (von wegen, alle Menschen sind gleich!) usw.

Und zu all dem kommt ein unbeholfener, wenig charismatischer neuer Bürgermeister, der in den meisten Sümpfen der SPÖ tief drinnensteckt.

Gefällt Ihnen unsere Berichterstattung? Dann unterstützen Sie uns mit einer Spende:
IBAN: AT581420020010863865, BIC: EASYATW1, Unzensuriert.at
SPENDEN
in

Die Kommentarfunktion ist deaktiviert.