Wegen Rassismusvorwürfen im Netz lassen die Wiener Linien das schwarze Schaf auf Plakaten wieder „sterben“.

Bild: PIS1861 / pixabay.com
Wiener Linien tauschen schwarzes Schaf mit Döner gegen rotes Schaf mit Käsekrainer aus

Die rot-grün regierte Stadt Wien und die Wiener Linien machen sich mit ihrer Sauberkeitskampagne in U-Bahnstationen weiter lächerlich. Nachdem das Plakat mit einem schwarzen Schaf, das Döner verzehrt, Rassismusvorwürfe (!) im Netz verursachte, soll nun ein rotes Schaf mit Käsekrainer darauf hinweisen, dass Essen in Öffis andere Fahrgäste belästigt.

Wiener Linien: „Kritik zu Herzen genommen“

In einer Stellungnahme gegenüber dem ORF sagten die Wiener Linien zwar, der Austausch des Sujets hätte mit dem Rassismusvorwurf im Internet nichts zu tun, man wolle die Sauberkeitskampagne laufend ergänzen – in verschiedenen Farben. Aber in einer Meldung, die in der ORF-Sendung „Wien heute“ gezeigt wurde, klingt das schon anders:

Wir haben uns die Kritik zu Herzen genommen, denn wir wollen ein offenes und tolerantes Bild zeichnen. Zum guten Miteinander gehören auch Regeln und gegenseitiger Respekt. Wir haben viel zum Nachdenken bekommen, wie wir das in kommenden Kampagnen besser herausarbeiten.

In U6 mehr Döner als Käsekrainer

Besser als mit dem ersten Sujet wird das wohl nicht mehr gehen. Denn da haben die Grafiker den Nagel auf den Kopf getroffen. Mit der Darstellung, dass ein schwarzes Schaf Döner verspeist, wurde klar kommuniziert, dass jemand, der sich nicht an das Essensverbot in Öffis hält, außerhalb der Gesellschaft stellt und sich so zum sprichwörtlich „schwarzen Schaf“ macht. Das soll Rassismus sein?

Auch dass das Schaf Döner isst, war nur die Abbildung der Realität vor allem in der Linie U6, in der Einwanderer längst schon die Mehrzahl an Fahrgästen ausmacht und eben mehr Döner als Käsekrainer essen.

„Schwarzes Schaf“ nur eine Redewendung

Fahrgästen ist die Farbe des Schafes übrigens völlig egal, wie eine kurze Umfrage von „Wien heute“ zeigt. Das schwarze Schaf sei ja nicht rassistisch, sondern nur eine Redewendung, sagte ein junger Mann. Er verstehe nicht, warum man da mit „Rassismus“ komme.

Was sei daran „rassistisch“? Es gehe ja nur ums Essen, und keiner will den Geruch haben daneben, sagte ein junge Dame. Es dürfe in den Öffis nirgends gegessen werden, es stinke überall, der eine esse Kebab mit Zwiebeln und so weiter, meinte ein Mann reiferen Alters.

Werden jetzt Genossen diskriminiert?

Man darf gespannt sein, ob sich jetzt, nachdem das Käsekrainer essende Schaf rot wird, die Wiener Genossen über Diskriminierung aufregen und Wirbel im Netz machen. International hat sich eine Genossin ja bereits blamiert. „Öffi“-Stadträtin Ulli Sima (SPÖ) verteilte bei U6-Stationen Deosprays für die Fahrgäste. Prompt wurde in den Gazetten der Verdacht geschürt, dass U-Bahnfahrgäste in Wien stinken.

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