Die AfD-Koblenz besuchte das Soldatengrab des Fliegerhelden Hans Kirschstein in Frankreich.

Bild: AfD Koblenz
AfD ehrt als einzige Fliegerheld Kirschstein – Selbst CDU verweigerte Straßenbenennung

Manfred von Richthofen, den Roten Baron, kennt jeder. Er ist mittlerweile Teil der Popkultur geworden. 2018 jährt sich das Ende des Ersten Weltkriegs zum hundertsten Mal. Im Zentrum historischer Rückblicke: die damals noch in den Kinderschuhen steckende Jagdfliegerei.

Der Mythos der Jagdflieger

Ihr Mythos wurde sicher auch durch die den Luftkämpfen zugesprochene Ritterlichkeit, mit der sich deutsche, französische und britische Jagdflieger duellierten, begründet. Sie unterschied sich damit vom anonymen Massensterben in den Schützengräben. Der Mythos, zugleich aber auch der lässige Habitus der Jagdflieger, die keinen Heeresdrill kannten, sondern wie Verbindungsstudenten lebten, zog junge Männer in seinen Bann.

In Berlin ließ man die Puppen tanzen. Eine ganze Etage des legendären Hotel „Adlon“ war für Fliegerasse reserviert. Einer von ihnen: Hans Kirschstein. Der gebürtige Koblenzer stieg schon nach den ersten Einsätzen als Jagdflieger zum Flieger-As auf. „Germanys fastest killing ace„, so titelte die britische Presse. Keinem Jagdflieger war es bis zum Jahr 1917 gelungen, in den ersten drei Einsatzmonaten so viele Feinde vom Himmel zu holen. Nach insgesamt 27 Abschüssen wurde ihm im Juni 1918 der höchsten Orden des Königreichs Preußens verliehen: der „Pour le Mérite“, im Volksmund „Blauer Max“.

Koblenzer Kirschstein wurde Nachfolger des „roten Baron“

Kirschstein wurde nach dem Tode von Richthofen (21. April 1918) im Alter von nur 22 Jahren sein Nachfolger. Der Koblenzer, der nun die berühmte Jagdstaffel 6 in den Kampf führte, hatte erst spät zur Fliegertruppe gefunden. Im August 1914 trat er in das 3. Pionier-Bataillon „von Rauch“ (Spandau) ein. Im Jahr 1916 – Kirschstein war bereits an Ost- und Westfront, in Polen, Galizien und Elsaß-Lothringen eingesetzt worden und hatte einen Offizierskurs absolviert – ersuchte er um Versetzung zur Fliegertruppe. Stattgegeben wurde ihr im Mai 1917.

Nach Besuch der Fliegerschule bei Potsdam wurde Kirschstein an die Westfront versetzt. Dort musste er bereits kurze Zeit später die Folgen eines Absturzes im Lazarett Gent auskurieren. In diese Zeit fällt ein Husarenstück: Kirschstein stieg ohne Erlaubnis in seine Maschine, flog über den Ärmelkanal und warf über den Hafenanlagen von Dover eine Bombe ab. Umgehend folgte die Versetzung zu den Kampfliegern. Am 13. März 1918 feierte der Draufgänger schließlich den Eintritt in von Richthofens Jagdgeschwader. Nur wenige Wochen später verunglückte Kirschstein. 

AfD-Antrag auf Straßenbenennung von SPD, Grünen und CDU abgeschmettert

Der Vorstoß, Leben und militärische Leistungen des Fliegers im Gedenk- und Todesjahr der Vergessenheit zu entreißen, führte in der Heimatstadt zu einem beklemmenden Lehrstück über die real existierende Gedenkkultur. Die AfD-Fraktion im Stadtrat Koblenz – Joachim Paul (MdL) und Rolf Pontius – brachte einen Antrag auf Benennung einer Straße nach Kirschstein in den Stadtrat ein. Doch allen voran die SPD störte sich daran. Der plumpe Anwurf „Kirschstein sei für Leid verantwortlich“ leitete eine vor Selbstgerechtigkeit und Selbsthass triefende Tirade gegen alles Patriotische und Soldatische ein. Auch die Grünen stimmten in die SPD-Argumentation ein.

Bezeichnend: Die CDU, obwohl sich an den Mienen ihrer Stadträte durchaus Ablehnung der Inszenierung ablesen ließ, blieb stumm. Kein einziger Diskussionsbeitrag, obwohl in einem Jahrhundert wohl hunderte Soldaten-Jahrgänge in Koblenz stationiert waren. Sie stimmte brav dafür, den Antrag noch nicht einmal dem Gremium für Straßenbenennungen zuzuleiten und damit einen ergebnisoffenen Diskurs zu beginnen.

AfD-Fraktion und Bundeswehrangehörige besuchten Grab in Frankreich

Diese Reaktion war jedoch auch Ansporn: Eine kleine Koblenzer Delegation, bestehend aus der AfD-Fraktion und ehemaligen Bundeswehrangehörigen, reiste anlässlich des 100. Todestages des Jagdfliegers nach Laon in Frankreich und besuchte den Soldatenfriedhof Laon-Bousson, wo auch Kirschstein begraben liegt. Die kleine Delegation legte einen Kranz, Gruß der Heimatstadt, nieder.

Joachim Paul kommentierte die Gedenkstunde wie folgt: „Es zeigt sich, dass gerade die deutsch-französische Aussöhnung und Freundschaft die Grundlage für eine angemessene und pietätvolle Pflege deutscher und französischer Ehrenhöfe ist. Ich danke dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge für Betreuung und Pflege des Friedhofs und erinnere in diesem Zusammenhang an die Worte des Weltkriegssoldaten Walter Flex, der in seinem Werk ,Der Wanderer zwischen beiden Welten‘ den Gefallenen eine Stimme gab und Heimrecht für sie einforderte. Leider hat der Antrag unserer Fraktion, eine Straße nach Hans Kirschstein zu benennen, in der Stadtratssitzung vom 25. April 2018 keine Mehrheit gefunden. Gleichwohl werden wir den Koblenzer Pour le Mérite -Träger in ehrendem Andenken halten und freuen uns darüber, dass dieses Ansinnen mittlerweile von vielen Bürgern, unabhängig von ihren parteipolitischen Standpunkten, geteilt wird.“

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