Muss wegen Schlamperei bei der Auswahl eines Geschworenen ein Mordprozess am Landesgericht Wien zum dritten Mal geführt werden?

Bild: Sebastian Baryli / flickr.com (CC BY 2.0)
#Einzelfall: Kosovare erschoss Mann auf offener Straße – dritte Auflage des Mordprozesses?

Im April 2017 wurde vor einem Lokal in Wien-Brigittenau der 26-jährige Igor Z. erschossen. Gleich darauf gestand Shkelzen D. (28) bei der Polizei, die Tat aus Eifersucht – wegen einer Kellnerin – begangen zu haben. Aber hat er wirklich die tödliche Kugel abgefeuert? Mehrere Personen waren am Tatort, es gab verwirrende Gutachten. Später sagte der Geständige: „Ich dachte, ich habe abgedrückt, aber ich weiß es nicht .“ Beim Prozess im November 2017 wurde Shkelzen D. von den Geschworenen freigesprochen. Der Richter erklärte das Urteil für ungültig. Also kam es im April 2018 zu einer neuerlichen Verhandlung. Sie endete mit einem Schuldspruch. Das zweite Verfahren sei unter bedenklichen Umständen verlaufen – der Wortführer der Geschworenen war ein Journalist, der über den Fall berichtet hatte. Wegen Befangenheit wurde er seiner Funktion enthoben. „Aber er hatte davor die anderen Laienrichter extrem manipuliert“, sagen D.s Verteidiger… mehr

Hier alle Einzelfälle vom August 2018.

Weitere Einzelfälle vom 27. August:

Wien: Ein verletzter Polizist bei Festnahme von 17-jährigem Drogenhändler
Im Zuge einer Suchmittelstreife in Wien-Leopoldstadt beobachteten Polizisten einen 17-Jährigen beim Verkauf von Suchmittel an zwei 19-jährige Frauen. Der Täter versuchte sofort zu flüchten, konnte jedoch von den Beamten angehalten werden. Bei seiner Festnahme setzte er einen heftigen Widerstand, wobei ein Polizist verletzt wurde. Der Mann wurde vorläufig festgenommen. Quelle: LPD Wien

Wien: Bei AGM-Kontrollen zwei gesuchte Kriminelle erwischt
Polizisten der AGM (Ausgleichsmaßnahmen) ist es gelungen, im Zuge einer Streife zwei gesuchte Personen anzuhalten. Gegen 11.00 Uhr wurde bei einem 35-Jährigen im Bereich der U-Bahn Station Keplerplatz eine Personenkontrolle durchgeführt. Hier stellte sich heraus, dass gegen den Mann bereits eine Anordnung zur Festnahme bestand. Gegen 17.30 Uhr hielten die Beamten im Bereich des Hauptbahnhofes einen 24-Jährigen zu einer Kontrolle an. Auch gegen ihn bestand eine aufrechte Anordnung zur Festnahme. Der Mann ist als professioneller Taschendieb bekannt. Quelle: LPD Wien

Kittsee (Burgenland): In serbischem Pkw saßen drei illegale Iraner – Festnahme
Im Zuge von Schwerpunktkontrollen auf der Nordostautobahn A6 bei Kittsee, Bezirk Neusiedl am See, wurde in der Nacht auf Montag ein in Serbien zugelassener Pkw mit vier Insassen angehalten. Dabei stellten die Polizeibeamten fest, dass lediglich der Fahrer des Pkw ein Ausweisdokument bei sich führte. Die restlichen drei Mitfahrer, zwei Männer und eine Frau, konnten sich nicht legitimieren. Bei näherer Befragung gaben die drei an, aus dem Iran zu stammen und für die Reise nach Wien pro Person einen niedrigen dreistelligen Eurobetrag bezahlt zu haben. Bis dato wurde kein Asylantrag gestellt. Der Fahrer, ein 60-jähriger kroatischer Staatsangehöriger, sowie die drei Illegalen wurden festgenommen. Quelle: LPD Burgenland

Linz: Kroate schlug Russen mit Kompressorschlauch windelweich
Mit einem Kompressorschlauch hat am helllichten Tag bei einer Linzer Tankstelle ein Kroate (51) einen Russen (27) windelweich geprügelt. Polizisten konnten den Schläger fassen, jetzt gibt’s Rätselraten ums Motiv. Ein Großaufgebot von Beamten eilte zur Tankstelle an der Dinghoferstraße, wo am frühen Nachmittag die Fetzen flogen. Nur noch das Opfer war da, doch auf dem Video konnten die Beamten die Prügelei noch einmal anschauen: Der Kroate hatte mit einem 50 Zentimeter langen, starren Kompressorschlauch mit Metallenden auf den Russen eingeschlagen. Der Schläger wurde festgenommen, Der Russe kam ins Spital. Quelle: krone.at

Linz: 18-Jähriger auf offener Straße von Messermann überfall und ausgeraubt
Ein bisher unbekannter Täter bot einem 18-Jährigen aus dem Bezirk Urfahr-Umgebung am 27. August 2018 gegen 14.45 Uhr am Hinsenkampplatz Drogen an. Als dieser ablehnte, zog der Täter ein Messer und forderte die Geldtasche des 18-Jährigen. Der Täter entnahm dann selber 175 Euro und zwang den jungen Mann unter Vorhalt des Messers noch von einem nahegelegenen Bankomaten Geld zu beheben. Dabei bedrohte er den 18-Jährigen mit dem Umbringen. Beim Bankomat erbeutete der Täter nochmals 100 Euro und flüchtete im Anschluss. Eine sofort eingeleitete Fahndung verlief negativ. Quelle: LPD Oberösterreich

Klagenfurt: Balkanesen versorgten Abhängige mit Heroin und Kokain – Prozess
Als „Brownies“ (Heroin) und „Cola“ (Kokain) ließen sich zwei selbst abhängige Drogendealer (20, 21) das Suchtgift nach Klagenfurt und Krumpendorf liefern. „Die Hälfte haben wir selbst konsumiert, den Rest dann verkauft“, erzählten sie am Montag vor einem Schöffensenat. Vier Kilo Heroin, 500 Gramm Kokain und Ecstasy-Tabletten brachte ihr bosnischer Lieferant (21) aus Slowenien. Ein Slowene fungierte als Dolmetsch. Eine Freundin stellte ihren Keller als Lagerraum zur Verfügung. Alle fünf Bandenmitglieder bekannten sich schuldig. Die Klagenfurter fassten 3,5 Jahre Haft aus, der Bosnier vier Jahre, der Slowene zwei Jahre. Die Frau kam mit 15 Monaten bedingt davon… mehr

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