Peinliches Lächeln war der ständige Begleiter Christian Kerns beim diesjährigen ORF-Sommergespräch.

Foto: Bild: SPÖ Tirol / Wikimedia CC BY 2.0
ORF-Journalist im Sommergespräch: „Das ist typisch Kern. A bissl so und a bissl so.“

Seit dem ORF-Sommergespräch mit SPÖ-Chef Christian Kern wissen wir es ganz genau: Es macht durchaus einen Unterschied, ob „Urlauberfreund“ Tarek Leitner oder Armin Wolf das Gespräch mit Kern führen, oder eben ein Hans Bürger, dem man noch am wenigsten von den ORFlern Parteilichkeit vorwerfen kann.

Strache: „Kern stand bei mir auf dem Teppich“

So war es höchst amüsant zu beobachten, wie Kern immer wieder ins Lachen flüchtete, wenn er Peinlichkeiten, die seine Person betrafen, ausweichen musste. Und das war sehr oft der Fall. Auch bei der Frage zum Verhältnis mit der FPÖ, als Hans Bürger vom SPÖ-Chef eine ehrliche Antwort einforderte, nämlich dazu, ob die Sozialdemokraten mit den Freiheitlichen eine Regierung gebildet hätten, wenn es sich ausgegangen wäre.

Kern verneinte: Das wäre eine der Unsinnigkeiten, die erzählt würden. Auch die Bemerkung Bürgers, die Antwort doch mit der Hand aufs linke Herz zu geben, änderte nichts an der Darstellung von Christian Kern.

Interessant: In der ORF-„Klartext“-Diskussion zwischen Vizekanzler Heinz-Christian Strache und SPÖ-Chef Kern im April dieses Jahres sagte Strache vor laufender Kamera, dass Kern bei ihm auf dem Teppich gestanden sei. Kern soll quasi als Brautwerber zu den Freiheitlichen gekommen sein.

Glaubwürdigkeitsproblem auch beim Grundeinkommen

Das nächste Glaubwürdigkeitsproblem bekam Kern beim Thema „bedingungsloses Grundeinkommen“. Bürger konfrontierte ihn mit zwei unterschiedlichen Aussagen dazu. Kern habe nämlich gesagt, dass es derzeit kein bedingungsloses Grundeinkommen für die Menschen geben solle, weil sich die Menschen dann überflüssig fühlen würden, kurze Zeit später aber habe er die Meinung vertreten, dass man sich das doch anschauen solle.

Bürger: „Das ist ein bisschen typisch Kern. A bissl so und a bissl so.“ Kerns Rechtfertigung: „Jeder der glaubt, so eine Frage mit einem Fingerschnippen zu lösen, dem geht´s ja nicht gut.“ Spätestens jetzt wurde der frühere Bundeskanzler wieder zur Prinzessin, weil man ihn bei einem Widerspruch ertappte und bei einem wehleidigen Punkt der Sozialdemokratie traf.

Da griff sogar die zweite Interviewerin des Sommergesprächs, Nadja Bernhard, ein und forderte Kern auf, dass er ja nun ja oder nein dazu sagen könne. Doch Kern flüchtete wieder ins peinliche Lachen und stellte fest: „Da sind wir wieder in den Details.“ Danach wich er mit SPÖ-Propaganda der Frage aus, eine Antwort blieb er aber schuldig.

Sozialdemokrat mit einer Rolex am Arm

Dieser Peinlichkeit nicht genug, wurde es dann nochmals beim so genannten Wordrap interessant, als Kern den Satz „als Sozialdemokrat kann ich eine Rolex tragen, weil“ vervollständigen sollte. Kern ergänzte: „Ich bin der Meinung, das kann man tun. Um Armut zu bekämpfen, muss man nicht zwingend selbst arm sein.“

Die meisten Medien griffen das seltsame Verhalten und das Glaubwürdigkeitsproblem von Christian Kern nicht auf. Umso heftiger wurde in den sozialen Medien disktutiert, am meisten allerdings über Kerns Sager, dass Politik kein Mädchenpensionat sei. Für diesen Ausspruch warfen vor allem Userinnen dem SPÖ-Chef Sexismus vor.

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