Chemnitz: Kein "Mob", keine "Hetzjagd" - nur ein linker Provokateur mit Hitlergruß

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) warf der Presse ein zu hartes Urteil über die Vorfälle in Chemnitz vor. Foto: Pawel Sosnowski / Wikimedia CC BY-SA 4.0
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) warf der Presse ein zu hartes Urteil über die Vorfälle in Chemnitz vor.
Foto: Pawel Sosnowski / Wikimedia CC BY-SA 4.0
6. September 2018 - 20:10

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Ein 35 Jahre alter Deutscher wurde am 26. August in Chemnitz durch Messerstiche getötet, zwei weitere schwer verletzt. Zwei Tatverdächtige, ein Syrer und ein Iraker, sind in Haft. Nach einem dritten Mann, es soll sich um einen weiteren Asylwerber aus dem Irak handeln, wird noch gesucht.

Trauermarsch wurde zur Demo gegen Flüchtlingspolitik

Diese schreckliche Tat rückte in der medialen Berichterstattung rasch in den Hintergrund. Denn nach der Bluttat sammelten sich tausende Menschen zu einem Trauermarsch, der zum lauten Protest gegen die Flüchtlingspolitik der deutschen Kanzlerin Angela Merkel wurde.

Das Bundesland Sachsen als "braunen Sumpf" verunglimpft

Medien und die Politiker-Elite war schnell mit ihrem Urteil: Das Bundesland Sachsen - ein brauner Sumpf. Die Demonstranten - ein Mob, der eine "Hetzjagd" auf potentielle Ausländer machte. Und Chemnitz - sowieso eine Hochburg für Rechtsextreme. Der "Objektivität" der Berichterstattung half es freilich, als man den Lesern und Fernsehzuschauern irgendwelche Leute zeigen konnte, die den Hitlergruß vorführten.

"Rechtsextremer" mit RAF-Tätowierung auf der Hand

Doch was jetzt? Manche - wie t-online.de - rudern in der Berichterstattung zurück, weil plötzlich klar wurde: Es waren linke Provokateure unter den Demonstranten, und die könnten die Hitlergruß-Zeiger gewesen sein. Untermauert wird der Verdacht dadurch, dass auf einem Bild klar ersichtlich wird, wie ein "Rechtsextremer" auf seiner Hand eine RAF-Tätowierung trägt.

Das Kürzel "RAF" steht für "Rote Armee Fraktion". Dabei handelt es sich um eine linksterroristische Gruppe, die von den 1970er bis in die 1990er Jahre in Deutschland aktiv war und insgesamt 33 Menschen tötete.

Verdacht: Hitlergrüße wurden inszeniert

Haben also wirklich, wie von Teilnehmern der Demonstration immer wieder behauptet wurde, linke Aktivisten und Journalisten die Hitlergrüße inszeniert, um die Proteste als "rechtsextrem" zu diskreditieren?

Interessant auch, dass Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) im Dresdner Landtag feststellte: "Es gab keinen Mob, es gab keine Hetzjagd und es gab keine Pogrome." Das aber erst Tage, nachdem ganz Deutschland mit dem Finger auf Chemnitz gezeigt hatte. Deutliche Kritik richtete Kretschmer an die Presse, der er zum Teil unfaire Berichterstattung vorwarf. Jene, die besonders weit weg gewesen seien, hätten ein besonders hartes Urteil gegen die Stadt gefällt, so Kretschmer.

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