Es muss ja nicht Chianti sein: Kern schuldet Strache eine Flasche Rotwein.

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Wettschulden sind Ehrenschulden: Kern muss Strache Flasche „guten Rotwein“ zahlen

SPÖ-Chef Christian Kern hat sich im „Klartext“-TV-Duell mit Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) wohl zu weit aus dem Fenster gelehnt. Er bot folgende Wette an:

Wenn Sie wollen, können wir eine Wette machen, nachdem wie die Regierung da arbeitet – wir kennen alle ja noch die Knittelfelder Ereignisse, ich sage Ihnen, ich wette eine gute Flasche Rotwein, dass ich länger SPÖ-Chef bin als Sie Freiheitlichen-Chef.

Kern: „Ich trinke gerne Chianti, wenn´s geht“

Strache ging diese Wette damals „freudig ein“. Daraufhin ergänzte Kern: „Ich trinke gerne Chianti, wenn´s geht.“

Nur wenige Monate später nach der Fernsehsendung am 25. April ist aus dem kürzesten Kanzler der Zweiten Republik auch der kürzeste SPÖ-Parteichef der Geschichte geworden.

Ob Kern nun seine Wettschulden einlösen und Strache tatsächlich „eine gute Flasche Rotwein“ übergeben wird?

Ein Roter mit schlechtem Abgang

Einen guten Roten erkennt man beim Abgang, heißt es unter Winzern. Diesen Spruch auf SPÖ-Chef Christian Kern gemünzt, kommentiert Vizekanzler Strache auf Facebook so:

Nicht einmal beim Rücktritt schafft SP-Kern einen guten Abgang. Und das EU-Parlament muss noch als Versorgungsposten für gescheiterte rote Politiker herhalten. Kern flüchtet nach Brüssel, um sich dort eine letzte Gage zu sichern. In der Privatwirtschaft hat er offensichtlich nichts mehr gefunden.

Pándi: „An die Spitze der Sozialdemokraten intrigiert“

Der Kern sonst gar nicht feindlich gesinnte Innenpolitikchef der Kronen Zeitung, Claus Pándi, weint dem zurückgetretenen SPÖ-Chef anscheinend auch keine Träne nach. Er greift unter dem Titel „Kerns letztes Manöver“ die Alt-Kanzler Franz Vranitzky und Alfred Gusenbauer an. Sie hätten den ÖBB-Chef an die Spitze der Sozialdemokraten „intrigiert“. Sein Fazit:

Leute, die hätten wissen müssen, was die Zweite Nationalratspräsidentin Doris Bures immer schon wusste: Kern ist weder Politiker aus Leidenschaft noch volksnaher Wahlkämpfer. Insgesamt alles andere als ideale Voraussetzungen für den künftigen SPÖ-Spitzenkandidaten bei den EU-Wahlen im Mai 2019.

Retter der Partei wurde zum Totengräber

Kern hatte am Mittwoch, 18. September, bei der Vorstellung seiner Pläne erklärt, „spätestens“ nach der EU-Wahl am 26. Mai 2019 als Parteichef der SPÖ zurücktreten zu wollen. Der frühere ÖBB-Chef ist im Mai 2016 als Nachfolger von Werner Faymann Parteichef und Bundeskanzler geworden. Er trat an, um die Partei zu retten. Doch er wurde eher zum Totengräber. Übrig bleibt Chaos, desaströse Wahlergebnisse und die verlorene Wette gegen Vizekanzler Heinz-Christian Strache.

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