Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) will mit seinen neuen Schul-Paket die stark gesunkene Qualität der Schulabgänger massiv verbessern.

Bild: Redboston / Wikimedia (CC-BY-SA-3.0)
Bildungspolitik: Bundesregierung repariert die pädagogischen Irrläufe ihrer Vorgänger

Ein neues „Pädagogik-Paket“ stellte Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) heute, Montag, vor. Wesentliche Punkte dabei sind vor allem die Wiederkehr der traditionellen Schulnoten von 1 bis 5, der Möglichkeit des Sitzenbleibens schon ab der zweiten Schulstufe sowie Leistungsgruppen in den Neuen Mittelschulen (NMS), die künftige nur mehr Mittelschule heißen wird.

Die von den Vorgänger-Regierungen eingeführten alternativen Leistungsbeurteilungen können schulautonom nur noch bis einschließlich des ersten Semesters der zweiten Schulstufe beibehalten werden. Eltern betroffener Schulen haben aber künftig das Recht auf zusätzliche Benotung durch Ziffern (und umgekehrt).

Massive Aufwertung der „Neuen Mittelschulen“

Durch das neue Paket soll aber auch die „Neue Mittelschule“ massiv in Richtung echter Mittelschule aufgewertet werden, sodass die Schüler keine Probleme mehr damit haben sollen, im Anschluss entweder in einen anderen Schultyp zu wechseln, oder in eine Lehre. Dazu soll es zwei Leistungsgruppen geben – „Standard“ und „Standard AHS“. Gezielt gefördert soll aber auch durch die Bildung dauerhafter Gruppen werden. Wird von der Lehrkraft Förderunterricht angeordnet, dann ist dieser auch verpflichtend zu absolvieren. Starten sollen die Neuerungen bereits im nächsten Schuljahr ab September 2019.

Fordern und fördern wird wieder Lernprinzip

Erfreut zeigte sich Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ): „Mit der versprochenen Wiedereinführung der Schulnoten kehren wir zum bewährten System zurück und beenden die gescheiterten Irrwege der letzten Jahre.“ Er verwies darauf, dass heute mehr als 20 Prozent aller Pflichtschüler nicht mehr sinnerfassend lesen können: „Hier darf nicht länger zugesehen werden, wie Kindern ihre Zukunft genommen wird. Fordern und fördern, modern und konsequent, wird wieder das Leitprinzip an Österreichs Schulen.“

Doch die Worte Faßmanns waren noch nicht einmal richtig verhallt, schon regte sich erster Widerstand.

Auf Ö1 waren sogleich die „Experten“ sind am Wort

Stefan Hopmann von der Universität Wien war vermutlich nur der erste in einer langen Reihe von „Experten“, die nun wochenlang kein gutes Haar an Faßmanns Schulpaket lassen werden. Im Ö1-Mittagsjournal monierte Hopmann, dass dadurch „die sozialen Unterschiede vergrößert würden“ und bezeichnete weiter das Sitzenbleiben in der Volksschule als „Symbolpolitik“. Das teilweise haarsträubende Interview kann hier nachgehört werden.

Die gute alte Zeit

Doch so sehr sich die „Experten“ auch kunstvoll verrenken, an der rauhen Wirklichkeit kommen sie trotz aller Verbal-Akrobatik nicht vorbei. So bringt es viele Arbeitgeber bei der Lehrlingssuche schier zum Verzweifeln, dass heutige Schulabgänger kaum noch in der Lage sind, längere Texte sinnerfassend zu lesen oder gar zu verfassen, von einer halbwegs passablen Allgemeinbildung oder Manieren gar nicht erst zu reden.

Abwärtsentwicklung bis in die Hochschulen

Dies ist jedoch ein Phänomen, das Schulabgänger in früheren Jahrzehnten kaum bis gar nicht betraf. Diese Abwärts-Entwicklung macht auch vor Hochschulen nicht Halt. Ein Maturant vor 100 Jahren beherrschte neben französisch und Latein meist auch noch altgriechisch, während sein modernes Pendant schon froh sein muss, wenn er sein CV auf englisch hinbekommt.

Das Versagen linker Bildungspolitik

Das passiert eben, wenn man die individuellen Stärken der Kinder nicht mehr fördert, sondern sie zum bunt-toleranten gender-inklusiven Einheitsmenschen umzuerziehen versucht. Wenn man die nach Wissen dürstenden Köpfe der Kinder mit wahnwitzigen Ideologien wie „Gender-Mainstreaming“ und Multikulti vollpumpt, kann sich daraus nur schwerlich ein neuer Heisenberg, Planck oder Riemann entwickeln.

Feiern wir die Vielfalt!

Menschen sind eben nicht alle gleich. Manche sind besser in Sprachen, andere tun sich mit Mathe leicht, wieder andere sind gut im Sport oder interessieren sich hauptsächlich fürs Handwerkliche – statt alle in die gleiche Schablone zu pressen, gehören diese individuellen Veranlagungen von Kindesbeinen an gefördert.

Irgendwie hat das die „autoritäre“ Bildungspolitik früherer Jahrzehnte bedeutend besser hinbekommen.

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