Rot-grüne FeministInnen in der Bezirksvertretung Margareten gönnen „Dradhiwaberl“ Stefan Weber keine Ehrung.

Bild: Bernd Berg / Wikimedia (CC-BY-3.0)
Rot-grünes Kuriosum in Wien: Keine „Stefan-Weber-Wiental-Terrasse“, weil er ein Mann ist

Da könnte endlich wieder einmal eine öffentliche Fläche nach einer Galionsfigur der Linken und Anarchisten benannt werden, nämlich dem verstorbenen „Drahdiwaberl“-Chef Stefan Weber – und Rot-Grün stimmt dagegen. So geschehen am 18. Oktober 2018 in der Bezirksvertretung Wien-Margareten. Der Bezirksrat der Liste „Wien Andas“ (KPÖ), Wolf Goetz Jurjans, hatte zuvor folgenden Antrag gestellt:

Die zuständigen Magistratsdienststellen werden ersucht, die Benennung der in den als Medien als <Wientalterrasse> bezeichneten Erholungsfläche zwischen Redergasse und Spengergasse nach Prof. Stefan Weber zu veranlassen.

Chef einer legendären Chaoten-Truppe

Stefan Weber war nicht nur linker Protagonist, sondern auch Künstler, der in den 1970er und -80er Jahren die Wiener Musikszene mit einer völlig neuen Art von Chaos-Show unter Musikbegleitung bereicherte. Seine „Mulatschag“-Truppe „Drahdiwaberl“ genoss unter vielen Fans Kult-Charakter, fast jedes Konzert war am jeweiligen Spielort mit einem unmittelbar folgenden Auftrittsverbot auf Lebenszeit verbunden, etwa in den (damals noch nicht abgebrannten) Wiener Sophiensälen oder in der Kurhalle Oberlaa in Wien-Favoriten.

Das „Schulschluss-Open-Air“ in der Wiener Arena galt jahrzehntelang als Pflichttermin für Freunde exzessiver Darbietungen. In seiner Band begannen Musiker wie Hans Hölzl alias Falco („Ganz Wien“) ihre Weltkarriere. Auch Webers Frau und seine Tochter waren mit ihm auf der Bühne. Der hauptberufliche Zeichenlehrer, der seit vielen Jahren an Parkinson litt, verstarb am 7. Juni dieses Jahres.

Außerdem war Weber ein Bürger aus dem fünften Wiener Gemeindebezirk. Für eine rot-grüne Mehrheit im Bezirksparlament war all dies offensichtlich nicht ausreichend. Wegen eines schwer ideologischen Beschlusses vor einigen Jahren, dass öffentliche Flächen nur noch nach Frauen (!) benannt werden dürfen, ließ man den „Drahdiwaberl“-Chef ungeehrt.

„Freundschaftssteg“ ist ebenfalls bis heute umstritten

Die Wientalterrasse ist aber nicht die einzige öffentliche Fläche, die in der Gegend wegen der Namensgebung umstritten ist. Seit Jahren schwelt im Bezirksparlament aber auch zwischen Margareten und Mariahilf ein Namensstreit für einen Wientalsteg in unmittelbarer Nähe der Wientalterrasse. Zuletzt wollte die Neos-Fraktion den Übergang nach Judy Garland benennen.

Die FPÖ-Margareten gibt sich da schon geschichtsbewusster mit dem Vorschlag, den Steg nach dem ehemaligen SPÖ-Innenminister, ÖGB-Präsidenten und Widerstandskämpfer Franz Olah zu benennen.

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