Eine Direktorin in Wien Margareten baut sich ihre eigene Klassenzusammensetzung je nach Fähigkeiten der Schüler. Wie im differenzierten Schulsystem.

Foto: Bild: Martin Kraft / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)
„Kurier“ lobt „homogene“ Lerngruppen an Wiener Schule – Absage an Gesamtschule

In seiner aktuellen Ausgabe berichtet der Kurier über die „Neue Mittelschule“ in der Gassergasse 44 in Wien Margareten. Margareten ist in Wien einer jener elf von 23 Bezirken, wo der Anteil der Bezirksbewohner mit ausländischer Herkunft bei offiziell mehr als 40 Prozent liegt. Dementsprechend sind an der ehemaligen Hauptschule 98 Prozent der Schüler Fremde.

Lebenslängliche Sozialhilfeempfänger

Die dortige Schuldirektorin, Andrea Walach, hatte 2016 gegenüber dem Kurier von den massiven Problemen an der Schule berichtet. Viele Schüler könnten auch nach vier Jahren Volksschule dem deutschen Schulunterricht nicht folgen. Für ein Drittel der Schulabgänger sei die „Karriere“ als lebenslänglicher Sozialhilfeempfänger quasi vorgezeichnet. Es folgte ein wütender Brief des damals roten Unterrichtsministeriums, übermittelt durch die Schulinspektoren: „Wenn ich so wenig Ahnung hätte, sollte ich mich hüten, in der Öffentlichkeit etwas kundzutun“, zitierte Walach damals im Kurier.

Direktorin durfte ihre Vorstellungen umsetzen

Der Stadtschulrat wolle sich den Problemen stellen, hieß es daraufhin. „Es ist kein Geheimnis, dass manche Schulen in einer Stadt wie Wien vor größeren Herausforderungen stehen. Insgesamt ist es so, dass Städte viel schultern müssen. Wir schauen uns das an und arbeiten gemeinsam an einer Schulentwicklung, damit es besser werden kann“, sagte damals Wiens Stadtschulratspräsident Jürgen Czernohorszky (SPÖ). Doch es blieb, wie so oft, bei den vollmundigen Ankündigungen. Lediglich Walach wurde erlaubt, „autonom“ ihren Schulalltag nach ihren Vorstellungen zu ändern.

Absage an Gesamtschule

Und das tat sie. Die resolute Schuldirektorin nahm alle Schüler eines Jahrgangs und teilte sie in sechs „homogene Kleingruppen“, in der die Schüler ähnliche Leistungen aufwiesen. „Der Erfolg zeigte sich schon am Ende des folgenden Schuljahres: Von den vierten Klassen sei nur mehr ein einziges Schulkind „nicht vermittelbar“ gewesen. Der Notendurchschnitt und das Verhalten der Kinder verbesserte sich signifikant“, berichtet der Kurier. „Das „Modell 44″ (nach der Adresse der Gassergasse), wie es Walach nennt, soll nun bundesweit umgesetzt werden.“

Gegenpol zum linken Schul-Einheitsbrei

Das wäre eine Sensation! Denn die „Homogenisierung“ ist nichts anderes als die radikale Absage an die Gesamtschule, wo Kinder, unabhängig von ihren Fähigkeiten und ihrer Motivation, in eine Klasse zusammengestopft werden. Andere Begriffe für die Bildung von Klassenverbänden ähnlich begabter und ähnlich leistungswilliger Kinder sind auch „differenziertes Schulwesen“ oder „gegliedertes Schulsystem“ – und sie sind der Gegenpol zum linken Einheitsbrei der Gesamtschule.

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