Faktenprüfung: Sind ORF, ARD und ZDF objektiver als Ungarns öffentlicher Rundfunk? | Unzensuriert.at

Faktenprüfung: Sind ORF, ARD und ZDF objektiver als Ungarns öffentlicher Rundfunk?

Die Logos einiger Sender der öffentlichen ungarischen Rundfunks. Foto: MrSilesian / Wikimedia (CC BY-SA 4.0)
Die Logos einiger Sender der öffentlichen ungarischen Rundfunks.
Foto: MrSilesian / Wikimedia (CC BY-SA 4.0)
18. Oktober 2018 - 6:23

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Linke Medien behaupten häufig, der öffentliche Rundfunk Ungarns (Duna Média) sei ein nicht objektiver, regierungsnaher Propagandasender. Der Spiegel schrieb zum Beispiel im Mai 2018:

Den öffentlich-rechtlichen Rundfunk ließ Orbán schon 2010/11 unter seine Kontrolle bringen, seitdem sind sie [sic] ein reines Verlautbarungs- und Propagandaorgan seiner Regierung.

Ganz ähnlich äußerte sich auch das Magazin Zapp des NDR im August:

Seitdem die Pressefreiheit in dem Land unter Viktor Orbán de facto abgeschafft wurde, sendet der Staatsfunk rechte Propaganda.

Der Falter schreibt in seiner aktuellen Ausgabe:

In Ungarn und Polen haben die Rechtspopulisten gleich nach ihrer Machtübernahme die öffentlich-rechtlichen Sender auf Linie gebracht. Kritische Journalisten fanden sich auf der Straße wieder, an ihrer Stelle wurden brave Parteigänger in die Chefsessel gehievt.

Duna Média wird somit von linken Medien auffallend häufig kritisiert, während man Kritik an der Objektivität von ORF, ZDF und ARD in denselben Medien vergeblich sucht. ORF und Co. werden anscheinend als Vorbilder für „kritischen Journalismus“ und Objektivität betrachtet, an denen sich der ungarische öffentliche Rundfunk ein Beispiel nehmen sollte. Unzensuriert will in diesem Artikel prüfen, ob diese Sichtweise haltbar ist.

ORF, ZDF und ARD: Angebot von Linken für Linke

Über ORF, ARD und ZDF muss nicht viel gesagt werden. Jeder weiß, dass es sich im Grunde um Angebote von Linken für Linke handelt. Die vorgegebene Linie ist klar für Multikulti, für (Asyl-)Einwanderung, für die EU, gegen Nationalismus und generell gegen rechte Weltanschauungen. Man berichtet häufig nicht über Politik, sondern macht diese selbst, indem man einen propagandistischen „Kampf gegen Rechts“ führt.

Unzensuriert könnte tausende Fälle von mangelnder Objektivität bei ORF, ZDF und ARD anführen. Aktuelle Beispiele für Deutschland sind etwa die ideologisch verdrehte Berichterstattung über den Mord und die folgenden Demonstrationen in Chemnitz, die mangelnde Thematisierung von Asylantenkriminalität sowie die zur Zeit laufende massive Stimmungsmacherei gegen die Pläne der AfD, sich gegen eine illegitime politische Beeinflussung der Schüler durch AfD-feindliche Lehrer zu wehren.

Die ideologische Schlagseite des ORF war bei Unzensuriert schon sehr oft Thema. Mehrere unserer Artikel zu diesem Thema sind weiter unten angeführt. Vielsagend ist bereits, dass der ORF das sprachwissenschaftlich nicht haltbare, rein linksideologisch motivierte „Gendern“ anwendet, das selbst unter linken Medien ausgesprochen unpopulär ist.

Ungarischer Rundfunk: Auch nicht objektiv, aber demokratischer und fairer

Wie ist es nun um die Objektivität im ungarischen öffentlichen Rundfunk bestellt? Um es kurz zu sagen: Duna Média ist auch nicht objektiv, aber deutlich fairer und demokratischer als ORF, ARD und ZDF.

Duna Média ist ganz klar ein regierungsnaher Sender. Es gibt praktisch keine Berichte, in denen die Regierung oder deren Maßnahmen kritisch betrachtet werden. Die Situation in Ungarn wird durchwegs positiv geschildert, Missstände kommen in der Regel nicht vor. Die Einwanderung wird praktisch immer als Bedrohung dargestellt, außer es geht um Chinesen oder Deutsche. Dementsprechend wird auch über EU und UNO meist negativ berichtet, da diese Organisationen Ungarn mehr Einwanderung aufzwingen wollen. Auch ein gewisser George Soros kommt bei Duna Média nicht gerade gut weg.

Über die Opposition wird meist eher am Rande berichtet, sie kommt jedoch durchaus zu Wort. Es ist üblich, dass nach der Vorstellung einer neuen Maßnahme der Regierung die Stellungnahmen der Oppositionspolitiker verlesen werden. Ausführlicher berichtet wird über Krisen und Skandale bei der Opposition, zum Beispiel den Austritt dreier Abgeordneter aus der Jobbik, über Unregelmäßigkeiten bei der Finanzierung des Wahlkampfs bei der Jobbik oder eine Schlägerei unter zwei Politikern der Grünen nach der Wahl im April.

Im ungarischen Staatsfernsehen fehlt die Moralkeule

Beim Thema Opposition zeigt sich der Hauptunterschied zwischen Duna Média und seinen Entsprechungen in Deutschland und Österreich: Bei Duna Média fehlt die Moralkeule. Die Oppositionellen sind einfach nur die Andersdenkenden und nicht „die Bösen“. Es gibt bei Duna Média nicht ansatzweise eine derartige Kampagne gegen Links, wie sie ORF und Co. gegen Rechts führen.

Dies merkt man schon daran, dass stigmatisierende Attribute wie „radikal“, „extrem“ oder „populistisch“ nicht gebraucht werden, weder für Rechte, noch für Linke. Stattdessen erhalten Linke oft das Attribut „einwanderungsfreundlich“, was sie in der Regel auch durchaus verdienen.

Weiters fehlen bei Duna Média eitle Selbstdarsteller und Politaktivisten wie Armin Wolf, Marietta Slomka, Anja Reschke und andere, die ihre Stellung missbrauchen, um ihre persönliche linke Ideologie zu propagieren. Bei Duna Média liegt eher das Gegenteil vor: Die Journalisten sind auffallend zurückhaltend, was die persönliche Meinung betrifft. Sie geben niemals persönliche Kommentare ab und stellen auch niemals ihre Gefühle zur Schau. Sie haben nichts von Polit-Aktivisten an sich, sondern wirken mehr wie Sprachrohre ihrer Redaktion beziehungsweise der Regierung.

Opposition wird durch ihre eigenen Zitate negativ dargestellt

Es wird zwar auch bei Duna Média versucht, die Opposition negativ darzustellen, aber dies geschieht eben nicht mit der Moralkeule, sondern indem man Aussagen von Oppositionspolitikern zeigt und diese ohne Bewertung stehen lässt. Beispielsweise zeigte man vor der Wahl gerne Oppositionelle, die sich ablehnend zum Grenzzaun äußerten. Der linke Ex-Ministerpräsident Ferenc Gyurcsány wurde gezeigt, wie er forderte, den Auslandsungarn das Wahlrecht zu entziehen.

Fazit: Duna Média ist nicht perfekt, aber besser als ORF und Co.

Als Fazit lässt sich sagen: Die linke Kritik an Duna Média ist zwar im Grunde berechtigt, aber heuchlerisch, da die linken Medien dann erst recht ORF, ZDF und ARD kritisieren müssten, wenn ihnen wirklich etwas an der Objektivität liegen würde. Aber offensichtlich geht es ihnen gar nicht um echte Objektivität, sondern schlicht darum, dass ein öffentlicher Rundfunk links zu sein hat.

Nach Ansicht von unzensuriert schneidet Duna Média deutlich besser ab als ORF und Konsorten, weil im ungarischen Rundfunk das Moralisieren fehlt und sich die Journalisten mit ihren persönlichen Ansichten maximal zurückhalten. Daher kann man sagen, dass Duna Média sich deutlich besser mit Meinungsfreiheit und Demokratie verträgt als ORF, ARD und ZDF.

Ausrichtung von Duna Média ist demokratisch stark legitimiert

Davon abgesehen spricht ein weiterer Punkt für Duna Média: Die politische Ausrichtung des ungarischen Rundfunks ist demokratisch legitimiert. Er berichtet im Sinne einer Regierung, die in der Listenwahl knapp 50 Prozent erzielte und die Zweidrittelmehrheit im ungarischen Parlament innehat. Somit wird immerhin im Sinne von beinahe der absoluten Mehrheit der Ungarn berichtet.

Der ORF hingegen berichtet im Sinne der linken Oppositionsparteien, die nur rund 42 Prozent der Stimmen erzielt haben und im Parlament lediglich 70 von 183 Sitzen einnehmen. Er hat also eine deutlich schwächere demokratische Legitimation für seine Art der Berichterstattung.

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