Reinhold Messner, der Alt-68er und Bergsteiger, beschimpft Italiens Innenminister Matteo Salvini.

Foto: Bild: blu-news.org / Wikimedia (CC BY-SA 2.0)
Landtagswahl in Südtirol: Bergsteiger und Alt-68er Reinhold Messner mischt sich ein

In Südtirol wird am 21. Oktober der neue Landtag gewählt. Alle Parteien gehen daher auf Stimmenfang, so auch die italienische Lega. Ihr Innenminister Matteo Salvini besuchte folglich ein Volksfest in Kastelruth und sang dort mit den Kastelruther Spatzen ein „Prosit der Gemütlichkeit“. Ins Publikum rief er auf Deutsch ein „Grüß Gott“.

Italienische Parteien mit italienischen Interessen

Das rief Bergsteiger Reinhold Messner auf den Plan. Allerdings beklagte er nicht die Falschheit des Auftritts, denn in Südtirol verfolgen alle italienischen Parteien ausnahmslos italienische Interessen. Da ist für „Gemütlichkeit“ kein Platz, wie auch die Positionierung der Lega gegen die angestammte Staatsbürgerschaft der Südtiroler klar macht.

Nein, Extrembergsteiger Reinhold Messner empört sich über Salvini wegen dessen harter Linie gegen Einwanderer aus Afrika und dem Orient. „Ich habe das zufällig im Fernsehen gesehen, und ich muss sagen, ich bin erschrocken. Dass dieser Mann sich einfach die Bühne nimmt und niemand aufsteht und widerspricht“, sagte der 74-Jährige dem Nachrichtenportal salto.bz.

Gesprächsangebot von Savini

Salvini entgegnete am 16. Oktober auf Twitter: Messner halte ihn für gefährlich, ohne ihn zu kennen. „Hat ihn der freudige Empfang, den mir die Leute seiner Berge gemacht haben, gestört? Ich bin bereit, ihn zu treffen und ihm zu erklären, wie ich unser Land besser machen will. Prosit!“, wird er auch bei salto.bz zitiert.

Linker Provokateur

Messner ist von Jugend auf ein linker Provokateur, ein personifizierter „68er“. Der Erfolg im übrigen deutschen Sprachraum wurde natürlich zur Kenntnis genommen, vor allem wurde er von der Tourismus-Branche als Werbeträger entdeckt – und ließ es sich, wie alles, gut zahlen. Warm wurde man südlich des Brenners mit ihm nicht, vor allem wegen seiner Arroganz. Man kennt sich in einem kleinen Land und weiß, wer sympathisch ist und wer nur aufs Geld aus ist. Daher gab es um Reinhold Messner in Südtirol nie auch nur annähernd eine Messner-Hysterie wie in Österreich und vor allem der Bundesrepublik Deutschland.

Kein Respekt für Innenminister

Erst Landeshauptmann Luis Durnwalder von der herrschenden SVP entdeckte den Bergsteiger dann für sich; Messner lässt sich von jedem entdecken, der zahlt. Als Parteiloser saß Messner für die italienischen Grünen einige Zeit im Straßburger EU-Parlament. Wie es Reinhold Messner mit der Toleranz, der ewigen Botschaft aller grünen Gutmenschen, hält, zeigt seine Wortmeldung auf Salvinis Gesprächseinladung: „Bei mir würde Matteo Salvini nicht einmal in meiner Nähe stehen dürfen. Ich brauche und will das nicht. (…) Salvini kann ich nicht respektieren.“

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