Ein Pfarrer in Schorndorf hält die Bibel nicht mit Homosexualität vereinbar und erntet heftige Kritik (Symbolbild).

Foto: Bild: pixabay / pgbsimon (CC0)
Bibel “politisch korrekt”? Homosexualität noch immer heißes Thema in der evangelischen Kirche

Einen Sturm im Wasserglas löste wieder einmal die Debatte um Homosexualität aus. Diesmal war der Schauplatz die evangelische Kirchengemeinde in Schorndorf, unweit von Stuttgart (Baden-Württemberg). Schon vor drei Jahren hatte sich damals eine junge Frau öffentlich als lesbisch bekannt, sie wurde daraufhin gebeten, die Gottesdienst-Band nicht mehr zu unterstützen. Bei einer erneuten Debatte vor wenigen Tagen eskalierte die Situation allerdings und die Frau verließ weinend den Saal, wie sie etlichen Medien berichtete. Hintergrund war das korrekte Bibelverständnis des Pfarrers, der ihr keinen roten Teppich ausrollte.

Pfarrer bleibt Linie treu

In einer der vergangenen Veranstaltungen in der Kirchengemeinde Schorndorf drehte sich schließlich wieder alles um das Thema “Homosexualität”. Während die Dekanin der Gesamtkirchengemeinde, Juliane Baur, den Angesprochenen versucht, den Rücken zu stärken, machte der Pfarrer kein Hehl aus seiner klaren Meinung. Dafür musste er sich nun aber entschuldigen. Weder die Bibel noch seine Meinung seien so frei interpretierbar und auch nicht “politisch korrekt”.

Als “total traurig” empfand Baur die Diskussionsveranstaltung, auf der Pfarrer Thomas Fuchslechner schließlich den Stein ins Rollen brachte. Zwar heiße er Homosexuelle in seinen Gottesdiensten willkommen und wolle auch niemanden verletzten. Er vertritt trotzdem die Meinung, dass sich Homosexualität mit der Bibel nicht positiv begründen lasse. Zudem sei er der Ansicht, dass nur etwa fünf Prozent aller Homosexuellen an einer echten Partnerschaft interessiert seien und der Rest hauptsächlich der Lust und dem Laster frönten.

Heulerei als Druckmittel

Das war einer Betroffenen allerdings zu viel, und sie lief heulend aus dem Saal. Nicht lange ließ eine große Solidaritätswelle auf sich warten, und auch die Dekanin sprang der angeblich Diskriminierten zur Seite. “Er hätte wissen müssen, dass seine Aussagen in dieser Pauschalität verletzend, diskriminierend und schlicht falsch sind”, kritisierte sie sein “rigides Bibelverständnis”. Sie forderte nun, die Bibel an der Lebenssituation der Menschen auszurichten, anstatt den ursprünglichen Sinn richtig zu erfassen.

Thomas Fuchsloch ließ daraufhin ausrichten, dass es ihm leid tue, wenn sich die Dame verletzt fühlt. Er und der Kirchengemeinderat wollen allen Menschen Raum bieten.

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