CDU-Ministerpräsident Bouffier fehlt für die Fortsetzung der schwarz-grünen Regierung in Hessen die Mehrheit.

Bild: Armin Kübelbeck / Wikimedia (CC-BY-SA)
Landtagswahl in Hessen: Schwarz-Grün ohne Mehrheit, AfD verdreifacht ihre Stimmen

Die Landtagswahl in Hessen hat laut Hochrechnungen die erwartet schmerzhaften Verluste für die CDU und die SPD gebracht: Beide verlieren im zweistelligen Bereich. Die CDU kommt nur noch auf 27,2 Prozent, die SPD gar nur noch auf 19,8 Prozent. Deutliche Zugewinne können die AfD (plus 9,1 Prozent) und die Grünen (plus 8,7 Prozent) verbuchen.

Die Linke kommt aktuell auf 6,1 Prozent, die FDP auf 7,7 Prozent.

Schwarz-Grün ohne Mehrheit

Die schwarz-grüne Koalition unter Volker Bouffier (CDU) kann laut derzeitigem Stand die Regierungsmehrheit nicht mehr fortsetzen. Eine Koalition aus CDU und SPD hätte dagegen noch eine Mehrheit von einem Mandat.

Ministerpräsident Bouffier sieht seine Wahlziele – stärkste Partei zu sein und keine mögliche Regierung ohne CDU – als erreicht, darüber hinaus das Wahlergebnis als Signal für die Koalition aus Unionsparteien und SPD in Berlin. Die Menschen wünschten sich weniger Streit, sondern „mehr Sachorientierung und mehr Lösung“, richtet er Kanzlerin Angela Merkel aus.

SPD stellt Koalition in Berlin in Frage

Der SPD-Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel räumte eine „bittere Niederlage“ ein. SPD-Vorsitzende Andrea Nahles stellte umgehend die Koalition in Berlin in Frage. Der Zustand der Regierung sei nicht akzeptabel, sagte sie in einer Reaktion auf das Wahlergebnis in Hessen.

AfD klarer Sieger

Einen klaren Wahlsieg konnte die AfD erzielen. Sie konnte ihre Stimmen mehr als verdreifachen und damit die meisten Zugewinne einfahren. Entsprechend „sehr zufrieden“ äußerte sich Parteichef Jörg Meuthen. Wie schon nach der Bayern-Wahl nehmen die Mainstream-Medien kaum Notiz von diesen starken Zugewinnen.

Grüne punkten in Städten

Die Grünen, die mit einem Spitzenkandidaten mit Migrationshintergrund ans Rennen gingen, konnten vor allem in den Großstädten zulegen. Spitzenkandidat Tarek Al-Wazir sieht im Ergebnis einen Auftrag, die Energie-, Agrar- und Verkehrswende fortzusetzen und die offene Gesellschaft, also die ungebremste Einwanderung, zu verteidigen. „So grün war Hessen noch nie“, sagte Al-Wazir vor Anhängern.

FDP will in Regierung

Die FDP wiederum biederte sich sofort an die Regierungsparteien an. Chef Christian Lindner machte sein Interesse öffentlich, an der Regierung beteiligt zu werden. „Die einzige Voraussetzung ist, es muss ein partnerschaftliches Miteinander sein“, sagte er im ZDF. Etwas wenig für einen politischen Auftrag, aber damit für jede Regierungskonstellation billig zu bekommen.

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