Frust über ORF, da bekam die „Arschloch“-Regierung das Fett von Peter Turrini ab.

Bild: Wolfgang Sauber / Wikimedia CC BY-SA 3.0
Turrini-Stück nicht aufgezeichnet: Steckt die „Arschloch“-Regierung dahinter?

Wer im Parlament einen Abgeordneten Arschloch schimpft, bekommt einen berechtigten Ordnungsruf. Wer im Bierzelt seinen Nachbarn als Arschloch bezeichnet, bekommt in der Regel eine aufs Maul. Nur die Künstler haben in Österreich offenbar Narrenfreiheit bei Fäkal- und Gossensprachen.

Von SPÖ zu Brandrede eingeladen

Zuletzt machte von dieser Gossensprache Schriftsteller Peter Turrini Gebrauch. Von der SPÖ zu dieser Brandrede eingeladen, warnte Turrini vor dem „Arschlochtum“ in Österreich. Gemeint war die österreichische Bundesregierung, auf die der Autor völlig respektlos verbal einprügelte:

Die FPÖ sei „radikal rechts“, und Vertreter der Freiheitlichen würden mit „braunen Rülpsern“ Schamgrenzen der Republik überschreiten. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) schweige zu alldem, „und das macht ihn zunehmend zum verlängerten Braunen“, polterte Turrini. Der Dramatiker bezeichnete den Kanzler als „Zyniker der Macht“, „Populisten“ und „Wellenreiter des Augenblicks“. Turrini, Sohn italienischer Einwanderer, will sich sein Land aber „von einem adrett zugerichteten jungen Mann in der Bundeskanzlerpose und von einer Horde Burschenschafter in Ministerbüros nicht mehr nehmen lassen“.

Brachialgenosse ließ Frust vom Stapel

Auf die Wutrede von Turrini beim SPÖ-Fest im Palais Epstein reagierte FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker mit einem Posting auf Twitter: Hafenecker stellte die Frage, ob der Schriftsteller ein „T(o)urrinisyndrom“ habe. Und Richtung SPÖ meinte Hafenecker: „Die Sprache der Gosse passt so gar nicht zu den Bobos Rendi und (P/D)rozda.“

ORF-Aufzeichnung von Turrini-Stück abgesagt

Turrini selbst gab dann auch Einblicke in seinen Gemütszustand, der ihn wohl zu dieser Brachialrede animiert haben könnte: Er monierte, dass der ORF ein Stück von ihm nicht aufgezeichnet hätte. Der öffentlich-rechtliche Sender wollte laut dem Schriftsteller vor dem Sommer „mit nachhaltiger Willensbekundung“ die Josefstadt-Stücke „Auf der Flucht“ von Daniel Kehlmann sowie Turrinis „Fremdenzimmer“ aufzeichnen. Beide Stücke handeln von Flüchtlingen. Am Ende des Sommers wurde mit der Begründung, es gebe für diese Stücke „keinen Raum im Programm“ die Aufzeichnung abgesagt.

Turrini wird wohl der Meinung sein, dass dahinter die „Arschloch“-Regierung steckt.

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