Wegen uralter Witze-Sammlung am Klo: SPÖler tritt Hasswelle gegen beliebten Wirt los | Unzensuriert.at

Wegen uralter Witze-Sammlung am Klo: SPÖler tritt Hasswelle gegen beliebten Wirt los

Symboldbild: In eine vermeintliche Sexismusfalle tappte ein Wirt in Zell am See. Ausgerechnet ein SPÖ-Mitarbeiter brachte den Stein ins Rollen. Foto: Prof.lumacorno / wikimedia (CC BY-SA 4.0)
Symboldbild: In eine vermeintliche Sexismusfalle tappte ein Wirt in Zell am See. Ausgerechnet ein SPÖ-Mitarbeiter brachte den Stein ins Rollen.
Foto: Prof.lumacorno / wikimedia (CC BY-SA 4.0)
13. November 2018 - 16:00

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Seit Jahrzehnten bereits ist ein Lokal mitten im Tourismusgebiet von Zell am See wegen seiner skurrilen und humorvollen Beschilderungen und Witze bekannt. Die Betreiberfamilie führt das Familienunternehmen „Kupferkessel“ mit viel Liebe und bringt ihre Gäste immer wieder zum Lachen. Noch vor wenigen Jahren wäre die Art und Weise, wie sie das macht, nämlich mit Witzen und Plakaten auf der Speisekarte, den Wänden und auf der Toilette, kein Problem gewesen. Nun fand sich aber nach mehr als 30 Jahren tatsächlich jemand, der die heute nicht mehr "politisch korrekten" Witze abfotografierte und die Wirtsfamilie damit einer wahren Bedrohung aussetzte.

Mann fühlt sich durch Frauenwitze beleidigt

Auf den Männertoiletten sei etwa ein Merkblatt angebracht, wie man Frauen richtig halte und darunter einige Punkte, die zu beachten seien. Der Wirt, der selber in einem Haushalt mit fünf Frauen lebt und weit entfernt von Sexismus steht, hat das Schild natürlich nicht selber geschrieben, er hat es aber immerhin vor etlichen Jahren dort angebracht. Und genau das wurde ihm nun zum Verhängnis. Dass auch umgekehrt, auf der Damentoilette, etliche Witze und Bilder über das „starke“ Geschlecht zu sehen sind, wird nicht erwähnt, aber würde in Zeiten wie diesen auch nicht den Tatbestand der Diskriminierung erfüllen.

Zu allem Übel ist in Augen mancher Betrachter auch das Firmenlogo noch dazu "rassistisch". Dort ist nämlich ein Afrikaner mit Kochschürze und Mütze zu sehen, der einem nackten Weißen hinterherläuft. Alles in allem also der Supergau für verblendete Linke.

Frauenretter aus der SPÖ

Genau ein solcher brachte den Stein des Anstoßes auch ins Rollen. Ausgerechnet der Pressereferent der SPÖ Salzburg veröffentlichte nämlich ein Bild der "Frauenhaltung" mit dem Schriftzug des Gasthauses darunter und reagierte empört über den "Sexismus". "In Zell am See findet man am Männerklo eines Restaurants folgendes „Merkblatt“. Aber Hauptsache, bei der Burka wird jetzt durchgegriffen...", schrieb er auf Facebook dazu. Durch seine Reichweite wurde die Debatte erst richtig entfacht und nahm eine gefährliche Wendung.

Seither steht der Wirt und sein Lokal unter Polizeischutz. Er erhielt nämlich gefährliche Drohungen, unter anderem, dass man sein Lokal anzünden wolle. Sogar der Verfassungsschutz ermittle nun und Polizeistreifen würden das Lokal regelmäßig beobachten.

Nun überlegt der Betreiber leider tatsächlich, sein weit verbreitetes Firmenlogo zu ändern und verfasste auch einen Entschuldigungsbrief an all jene, die sich von angeblich politisch inkorrekten Witzen beleidigt fühlten.

Pinzgau steht hinter Wirtsfamilie

Mit Unverständnis, warum das Gesamtkunstwert „Kupferkessel“ nun derart unter Beschuss stehen sollte, reagieren allerdings die Bevölkerung und tausende Besucher, die begeistert von dem Lokal sind. Auch die ÖVP-Landtagsabgeordnete Martina Jöbstl aus Zell am See reagierte prompt auf die wüsten Anschuldigungen und wies ihren Mitstreiter zurecht: „Man hätte ja einfach mit den Betreibern reden können, bevor man sich öffentlich als großer Retter der Frauen feiern lässt. […] Wer das Lokal kennt, weiß, dass das meiste nicht ernst zu nehmen ist. Es ist eine Frechheit, welche Hetzkampagne hier losgetreten wurde."

Besagter „Privatmann“ will allerdings nicht mit seiner Partei in Verbindung gebracht werden. Er habe die Sache von sich aus angestoßen. Man darf sich fragen, was nun tatsächlich unwürdiger ist.

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