Was machen die zum Teil sehr alten Superreichen mit ihrem Geld? George Soros beeinflusst damit die Gesellschaftspolitik. Das wirft demokratiepolitische Fragen auf.

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Milliardäre 2017 deutlich reicher geworden – Was sie wohl mit Ihrem Geld machen?

Weltweit gibt es nach neuestem Stand (Ende 2017) 2.158 Milliardäre. Laut einem Bericht der Großbank UBS, einem der weltweit größten Vermögensverwalter, und PricewaterhouseCoopers (PwC) ist ihr Reichtum im vergangenen Jahr um 19 Prozent gewachsen. Das Wachstum liegt damit weit über jedem Wirtschaftswachstum, geschweige denn der Steigerung der Löhne.

Milliardäre zuletzt mit „größtem, je registrierten absoluten Wachstum“

Der Bericht „Billionaires Insights“ analysiert die vorliegenden Zahlen der 2.158 Milliardäre aus den drei Großräumen Amerika, EMEA (eine englische Abkürzung für Europa, den Nahen Osten und Afrika) und APAC (dem asiatisch-pazifischen Raum mit Ländern wie Indien, Japan, Australien, der Volksrepublik China und Singapur). Aus dem Bericht geht hervor, dass das Ende 2017 von diesen Milliardären privat besessene Vermögen um 19 Prozent oder fast ein Fünftel gewachsen ist. Das sei „das größte, je registrierte absolute Wachstum“. Es liegt weit über dem Durchschnitt von neun Prozent Wachstum in den vergangenen fünf Jahren.

Das Durchschnittsalter der Milliardäre liegt bei 64 Jahren. Ihr Durchschnittsreichtum bei 4,1 Milliarden je Kopf und Nase. Fast ein Drittel von ihnen, genau 701 Milliardäre, ist 70 Jahre und älter. Ihr Reichtum wird in den kommenden 20 Jahren an die Erben oder in „philanthropische Einrichtungen“ übergehen.

Chinesisches Jahrhundert

Die UBS- und PwC-Studie wurde unter dem spezifischen Jahrestitel „New Visionaries and the Chinese Century“ veröffentlicht. Damit wird angedeutet, dass die Welt ein „chinesisches Jahrhundert“ erleben könnte. Das Gesamtvermögen der chinesischen Milliardäre entspricht der gesamten Kapitalisierung des „Swiss Market Index“, dem bedeutendsten Aktienindex der Schweiz. 2017 brachte die Volksrepublik China wöchentlich zwei neue Milliardäre hervor. Jeder Dritte der 332 neuen Milliardäre des Jahres 2017 stammt aus dem „Reich der Mitte“.

Den Aufstieg schafft, wer sich dem Regime fügt

Während die Zahl der Milliardäre in der Volksrepublik China einen Höhenflug erlebt, hält der Staat ein wachsames Auge auf sie. Den Aufstieg schafft, wer sich dem Regime fügt. Die Schauspielerin Fan Bingbing musste sich öffentlich für Steuerhinterziehung entschuldigen und kündigte die „freiwillige“ Zahlung von 130 Millionen Dollar an den Staat an, wie die Neue Zürcher Zeitung berichtete.

Auch die Verhaftung eines UBS-Beraters weist in dieselbe Richtung. Das Pekinger Regime kontrolliert die Milliardäre und ihren Reichtum aus nächster Nähe. Damit soll Kapitalflucht verhindert werden, wie Partick Ziltener, China-Experte an der Universität Sankt Gallen, erklärt.

Versteckte Einflussnahme durch Milliardäre

Nicht thematisiert werden in den Berichten Versuche der Milliardäre, ihr Geld einzusetzen, um Einfluss auf die Öffentlichkeit zu gewinnen. Es darf angenommen werden, dass die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) auch eventuelle Versuche dieser Art bereits im Entstehen abwürgen will.

Die erwähnte öffentliche Einflussnahme durch den Einsatz des konzentrierten Vermögens wird von den Berichten nicht behandelt, stellt aber durch das Verhalten einiger westlicher Milliardäre ein Problem für die USA und Europa dar. Er wirft demokratiepolitische Fragen auf, da es um mangelnde Transparenz, versteckte Einflussnahme bis hin zu Korruption und Manipulation geht. Wer in einer Welt, in der scheinbar alles käuflich ist, wann wie Einfluss sucht, erscheint heute in westlichen Ländern zum Teil undurchsichtiger denn je.

George Soros und seine Stiftung „Open Society“

Ein Beispiel für die versteckte Einflussnahme ist der jüdische Milliardär George Soros, der durch Spekulationen mit Makro-Wetten auf Währungen, Zinsen und politische Ereignisse reich geworden ist. Er vermachte in den letzten Jahren etwa 18 Milliarden US-Doller seiner eigenen Stiftung „Open Society“. Nie zuvor hat eine einzelne Privatperson einer einzelnen Stiftung mehr Vermögen übertragen.

Mit dieser Stiftung hat der Milliardär überall dort seine Finger im Spiel, wo linker Gesellschaftspolitik zum Durchbruch verholfen werden soll. In den USA unterstützte der 87-jährige, in Budapest gebürtige Milliardär Barack Obama und Hillary Clinton in deren Vorhaben, US-Präsident zu werden, und Organisationen, die sich für die Rechte von Schwulen und Lesben einsetzen. In Europa finanziert seine Stiftung Nichtregierungsorganisationen im gesamten ehemaligen Ostblock und im ehemaligen Jugoslawien oder auch „Denkfabriken“ im Westen wie das European Council of Foreign Relations (ECFR), dessen berühmtestes Mitglied wohl ÖVP-Bundeskanzler Sebastian Kurz ist. Das politische Engagement der Stiftung stößt in vielen Ländern auf scharfe Kritik, die zum Teil in Verboten mündete, etwa in Russland.

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