Ein von Linken getwittertes 19-Sekunden-Video machte die Bürger von Chemnitz (Symbolbild: Neues Rathaus) über Nacht zum „braunen Mob“, der Jagd auf arme Ausländer macht.

Foto: Bild: Rolf 41 / wikimedia.org (CC-BY-SA-3.0)
Schöpferin des Chemnitz-Videos gefunden: „Migranten griffen uns friedlich Trauernde an“

Die Empörung war groß, als Medien wie die deutsche Bild-Zeitung am 26. August ein 19-Sekunden-Video präsentierten, in dem ein Mann zwei ausländisch anmutende Migranten verscheucht. Aus dieser nicht besonders aussagekräftigen Sequenz zauberten Mainstream-Medien und Politiker von Angela Merkel abwärts flugs die Mär der „Hetzjagden“ auf Migranten in der sächsischen Stadt Chemnitz, in der Tags zuvor ein Deutscher von zwei Asylwerbern erstochen worden war, weil er ihnen kein Geld geben wollte.

Kein einziger Beweis für „rechten Mob“

Kritische Geister (wenige) hatten sich schon damals gefragt, welche tatsächlichen Beweise es für diese „Hetzjagden“ gebe, wo denn potentielle Täter und vor allem Opfer zu finden seien (bis heute fand sich kein „Gehetzter“). Keiner der ach so investigativen Journalisten aus den Reihen der Chemnitz-Verdammer hatte sich die Mühe gemacht, hinter die Kulissen zu blicken. Zu verlockend schien die losgetretene Hysterie, die Bürger einer ganze Stadt, ja sogar eines ganzes Bundeslandes (Sachsen) zum enthemmten „rechten Mob“ stempelte, der Jagd auf arme Ausländer macht.

Video-Schöpferin war mitten in der Demonstration

Der bekannte deutsche Journalist und Autor Roland Tichy hat nun in seinem Polit-Magazin Tichys Einblick die Urheberin des zu zweifelhafter Berühmtheit gelangten Chemnitz-Videos aufgespürt, die 35-jährige Chemnitzerin Kathrin B. Sie erzählt über das Zustandekommen des Videos Folgendes:

Das 19 Sekunden lange Video ist um 16.52 Uhr am Tatsonntag in der letzten Etappe unseres Trauerzugs kurz vor dem Erreichen des Daniel-Tatortes aufgenommen worden. Es war sehr eng geworden auf dem Trauerzug, weshalb die Frauen in die Mitte des Zuges genommen wurden. Und es gab auch keine ausländerfeindlichen Rufe. Nichts Rechtsradikales. Aus der Ferne haben wir ,Wir sind das Volk‘ gehört. Kurz nachdem wir angeblich, wie es später hieß, eine Blockade durchbrochen hatten, die es gar nicht gegeben hatte.

„Böse Provokation gegenüber uns Trauernden“

Ihr 38-jähriger Ehemann Thomas B. ergänzt:

Kathrin hatte zu spät das Handy aus der Tasche gezogen, weshalb die 19 Sekunden tatsächlich nicht authentisch das gesamte Geschehen nahe der Bushaltestelle darstellen. Denn vorausgegangen war der Videoaufzeichnung eine böse Provokation gegenüber uns Trauernden. Durch zwei junge Migranten, die zunächst an der Bushaltestelle gestanden hatten und eigentlich aussahen wie wir.

„Demonstranten attackiert und Bierbecher ins Gesicht geschüttet“

Kathrin B. weiter:

Sie waren aggressiv auf uns zugekommen und hatten uns angepöbelt und wohl auch, aber eben schwer verständlich, ,Verpisst euch‘ gerufen. So haben wir das in Erinnerung. Dann kam es zu einem körperlichen Kontakt mit den beiden, wobei einem unserer Freunde der Inhalt eines Bierbechers über seine Kleidung und wohl auch ins Gesicht geschüttet wurde.

„Hase, Du bleibst hier“

Kathrin B. befürchtete, dass auch Thomas B. in Richtung der aggressiv auftretenden Migranten losstarten würde und rief ihm auf dem Video, deutlich vernehmbar, zu: >Hase, Du bleibst hier! Kathrin B. resümiert:

Es war möglicherweise nicht der einzige Angriff von Migranten auf unseren Trauerzug, denn aus der Ferne war schon Drohgeschrei in wohl arabischer Sprache zu hören. Allerdings: ,Stinkefinger‘, von denen andere Trauerzugteilnehmer später berichteten, haben wir am Ort des provokativen Geschehens nicht erkennen können. Aber auch keine ,Hetzjagden‘ oder gar ,Menschenjagden‘! Wir sind auch bereit, unsere Aussage eidesstattlich zu versichern.

Wie kam Video zu „Antifa Zeckenbiss“?

Das Kurzvideo stellte die Chemnitzerin nach der Demonstration am Abend in die geschlossene „Bürger“-What’s App-Gruppe. Wie die Sequenz von dort zu „Antifa Zeckenbiss“ gelangte, die daraus schließlich eine „Hetzjagd“ auf Ausländer machte, ist noch nicht geklärt.

Kein Wort in Mainstream-Medien, keine Entschuldigung bei Maaßen

Besonders bedenklich: Die schon seit Tagen veröffentlichten Recherchen aus Tichys Einblick fanden bisher keinerlei Widerhall in jenen Mainstram-Medien oder bei jenen Politikern, die Deutschland schon im rechten Würgegriff sahen. Von einer Entschuldigung und Rehabilitierung des geschassten Ex-Geheimdienstchefs Hans-Georg Maaßen, der von Anfang an gesagt hatte, es gebe keinerlei Beweise für „Hetzjagden“ in Chemnitz, ganz zu schweigen.

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