Sogar den Linken ist eine Abtreibung bis zum neunten Monat zu heftig.

Bild: Helmut Reckling / wikimedia (CC BY-SA 3.0)
Streit bei Jusos: Wer nicht für Abtreibung bis zur Geburt stimmt, ist Antifeminist

Vom 30. November bis zum 2. Dezember fand dieses Jahr der Bundeskongress der „Jusos“, also der jungen Sozialisten, statt. Das ganze Wochenende über diskutierte der linke Nachwuchs unter kommunistischen Schlagworten über ihre Zukunft. In den Anträgen waren etwa markige Sprüche aus dem tiefroten Bereich zu lesen: „Alle Räder stehen will, wenn unser starker Arm es will“. Das Bundeslied für den Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein, aus dem schließlich die SPD hervorging, schrieb sich dabei ausgerechnet eine Fraktion zu, deren Bundesvorstand mehrheitlich aus Studenten besteht, die vermutlich in ihrem bisherigen Leben wenig bis gar nichts an körperlicher Arbeit verrichtet haben.

Traumtänzerei auf Tagesordnung

Neben den allgemeinen Bemühungen um eine bessere „Willkommenskultur“ oder gleichgestellte Frauenpolitik krachte es am letzten Tag des Kongresses zwischen den verschiedenen linken Gruppierungen schließlich gewaltig. Im Netzauftritt der „Pragmatischen Linken“ (PL), also einer eher gemäßigten linken Gruppierung unter des Jusos, ist dabei von einer höchst fragwürdigen Vorgehensweise des Bundesvorstandes zu lesen. Dieser sprach sich nämlich gegen den Willen von etlichen Anwesenden für eine Abtreibung bis zum neunten Monat aus.

Jusos zeigen ihr wahres Gesicht

Als viele der Redner gegen diese Vorgehensweise protestierten, wurden sie von der kampflinken Fraktion anscheinend regelrecht als reaktionär und rechts dargestellt. Auf der Facebook-Seite der PL liest sich das folgendermaßen:

Mit unseren ethischen und moralischen Vorstellungen ist das (Anm: Abtreibung bis zum neunten Monat) nicht vereinbar. Nachdem wir das in der Debatte deutlich gemacht haben, wurden die Redner*innen (die nicht nur aus den Reihen der PL stammten!), von einer Delegierten auf der Bühne als „antifeministisch“ und „dumm“ bezeichnet.

Werbung für Abtreibung soll wieder erlaubt sein

Um keine offene Bruchlinie herbeizuführen, habe die Vereinigung schließlich versucht, die Paragraphen und Forderungen voneinander zu trennen. Das Werbungsverbot für Abtreibungen sollte nämlich auch ihren Ansichten zu Folge aufgehoben werden und in Zukunft ungeniert mit Billigpreisen für Mord im Mutterleib geworben werden können. Die Delegierten stimmten einer getrennten Behandlung der Themen aber nicht zu und setzten sich durch.

Aus weiteren Delegationen wurde der PL angeblich zugetragen, dass die freie Abstimmung überhaupt verboten wurde und zahlreiche Stimmberechtigte den Saal verließen, weil sie eine solche Entscheidung nicht mittragen wollten. Reichlich egal schien das jedoch dem Bundesvorstand zu sein.

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