Fairer Wettbewerb: Handelsverband geht gegen Amazon vor | Unzensuriert.at

Fairer Wettbewerb: Handelsverband geht gegen Amazon vor

Online-Handel: Amazon ist ins Visier österreichsicher Wettbewerbshüter geraten. Foto: Thomas photography / Wikimedia (CC-BY-SA-4.0)
Online-Handel: Amazon ist ins Visier österreichsicher Wettbewerbshüter geraten.
Foto: Thomas photography / Wikimedia (CC-BY-SA-4.0)
10. Dezember 2018 - 14:08

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Jetzt wird die Wettbewerbsbehörde gegen die Marktmacht des internationalen Online-Händlers Amazon eingeschaltet. Der Österreichische Handelsverband, eine freiwillige Vereinigung im österreichischen Einzel- und Großhandel, hat sich jetzt an die Bundeswettbewerbsbehörde gewandt, um mutmaßliche wettbewerbswidrige Geschäftsbedingungen zu relevieren. Der Geschäftsführer des Handelsverband, Rainer Wille, gibt dazu folgendes bekannt:

Mittlerweile wird bei uns fast jeder zweite Euro im eCommerce bei Amazon ausgegeben. Amazon ist einerseits ein klassischer Online-Händler, andererseits aber auch der größte Marktplatz – sprich, andere Webshops können sich auf der Amazon Plattform listen lassen. Als führender Marktplatz kann Amazon theoretisch die Daten der gelisteten Händler einsehen, deren Preise unterbieten und langfristig das gesamte Geschäft an sich binden. All das läuft gänzlich an der österreichischen Volkswirtschaft vorbei.

Handelsverband: Umsatz fließt ins Ausland ab

Vor allem das fortgesetzte Abfließen des Umsatzes ins Ausland und die Herrschaft von Firmen wie Amazon über österreichische Kundendaten macht dem österreichischen Handel zu schaffen, wie der Geschäftsführer des Handelsverbandes betont:

Fast 60 Prozent aller Onlineumsätze fließen ins Ausland ab. Damit finanziert der österreichische Konsument rund 20.000 Arbeitsplätze im Ausland, was den heimischen Handel als Rückgrat der Wirtschaft, Beschäftigungsmotor und flächendeckenden Nahversorger massiv unter Druck bringt. Gerade zu Weihnachten sollten wir daher alle genau überlegen, wo wir einkaufen. Uns bereiten aber nicht nur die Warenkörbe Sorgen, sondern vor allem der Umstand, dass fast alle Konsumentendaten bei einem US-Konzern liegen.

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