Eine illustre Runde in einem Wiener Keller fordert die Umbenennung des Rotweins Zweigelt.

Bild: pixabay / jill111
Skurrile Runde im Kinderschänderkeller fordert Umbenennung von Zweigelt

Es ist eine skurrile und illustre Runde, die da regelmäßig im Keller des „Künstlers“ Otto Muehl zusammenkommt, der in den 90iger-Jahren wegen Kindesmissbrauchs und Verstoßes gegen das Suchtgiftgesetz zu sieben Jahren Haft verurteilt wurde. Als Verein will sie sich nicht bezeichnen lassen, diese Zusammenkunft von angeblich intellektuellen Denkern. In die Überschriftenzeile des heimischen Staatsfunkes haben sie es trotzdem geschafft. Das besagte „Institut ohne direkte Eigenschaften“, wie sich die trinkfreudigen Hintermänner nennen, fordern nämlich die Umbenennung des Zweigelts. Er habe durch seinen Schöpfer Friedrich Zweigelt nämlich eine nationalsozialistische Vergangenheit.

Kein Problem mit Kinderschänder aber mit Wissenschaftler

Durch die spontan inszenierte Aktion „abgezweigelt“ sollte der Rotwein künftig unter dem Namen „Blauer Montag“ verkauft werden. Bisher haben allerdings erst zwei Winzer zugesagt. Friedl Umschaid aus dem nördlichen Weinviertel und Maximillian Brustbauer aus der Wachau. Überdies wird gerade von „Österreich Wein Marketing“ eine Geschichte des Weines in Österreich aufgearbeitet und dort auch unter anderem die Zeit des Nationalsozialismus beleuchtet.

Dem aber nicht genug, fordert die Runde im Sektenkeller nun auch noch die gänzliche Streichung des Zweigelts aus der Geschichte Österreichs. Auch der nach ihm benannte Preis sollte gestrichen werden, die Weinwirtschaft sich nicht länger über die grauenhafte Vergangenheit des 1922 erstmals erfolgreichen Wissenschaftlers ausschweigen. Damals gelang erstmals eine Kreuzung aus St. Laurent und Blaufränkisch. Erst nach dem Tod von Friedrich Zweigelt wurde die ursprüngliche Rebsorte „Rotburgunder“ schließlich 1975 nach ihm benannt.

Der im Keller von Muehl eingemietete Verein sieht darin eine Schande für die Republik. Nicht allerdings um seinen wohl nicht zufällig ausgewählten Treffpunkt. Bis 1970 versammelte der Eigentümer dort allerhand fragwürdige Existenzen wie etwa Hermann Nietsch, der dort erstmals mit Menschenblut herumspritzte. Später wurde sowohl Muehl als auch seine Ehefrau, die dort eine Kommune betrieben und sich regelmäßig sogar an Kleinkindern vergingen, in Eisenstadt verurteilt.

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