SPÖ-Wien-Parteimanagerin Barbara Novak will von den Machenschaften in „ihrem“ Verein nichts gewusst haben.

Bild: Report Verlag / Wikimedia CC BY 2.0
Nix gewusst! So beutelt die Wiener SPÖ unfassbaren Gagenskandal von sich

Mit mir als Landesparteisekretärin werden solche Vorgänge nicht mehr passieren.

Das sagte die SPÖ-Landesparteisekretärin in Wien, Barbara Novak, nachdem ein weiterer, unfassbarer Gagenskandal in der Bundeshauptstadt aufgeflogen war. Der Rechnungshof hatte diesmal die großzügige Vergabe von Sonderzahlungen und Jubiläumsgeldern an Mitarbeiter im Verein „Wiener Kinder- und Jugendbetreuung“ scharf kritisiert. Im Zentrum der Kritik: Brigitte Kopietz, Ehefrau des SPÖ-Urgesteins Harry Kopietz und bis 2017 Geschäftsführerin des Vereins.

Als Vizechefin von Machenschaften nichts gewusst

Ist diese aufgedeckte Freunderlwirtschaft im roten Wien nicht schon peinlich genug, stellte sich die SPÖ-Parteimanagerin Novak dann auch noch hin und sagte, dass solche Vorgänge mit ihr nicht mehr passieren würden. Allerdings verschwieg sie dabei Wesentliches: Novak selbst war in dem hochgeförderten Kinderbetreuungsverein jahrelang stellvertretende Vorsitzende, laut Kurier-Bericht zwischen Juni 2005 und Juni 2011. Und in dieser Funktion soll Frau Novak von diesen Machenschaften nichts mitbekommen haben?

SPÖ-Parteigünstlinge kassierten schamlos ab

Das behauptet jetzt allen Ernstes die Wiener SPÖ. „Sie konnte in dieser Funktion von den Vorgängen nichts mitbekommen“, wird ein Sprecher im Kurier zitiert. Tatsächlich wird es wohl so gewesen sein, dass alle wegschauten, wie Parteigünstlinge abkassiert haben. Der Rechnungshof kritisierte in diesem Zusammenhang auch, dass die Magistratsabteilung 56 (MA56, Wiener Schulen) für den Verein finanziell nachteilige Vorgänge nicht unterband. Sie hätte per Weisung auf die Geschäftsführerin einwirken können.

Mit Steuergeld äußerst sorglos umgegangen

Die Stadt finanzierte allein im Vorjahr den Verein mit mehr als 40 Millionen Euro. Beachtliche Summen an Steuergeld, mit denen der Verein in der Vergangenheit allerdings äußerst sorglos umgegangen sei, so der RH. So schloss der Verein mit zwei Bediensteten der Zentrale einen Sonderdienstvertrag ab. Damit soll ein Mitarbeiter zwischen 2010 und 2017 um 137.530 Euro mehr, als es der Kollektivvertrag vorsieht, erhalten haben.

Frau des Häupl-Intimus Harry Kopietz

Alleine für drei Abteilungsleiter sollen laut Rechnungshof jährliche Mehrkosten von zumindest 95.000 Euro entstanden sein. Auch die Geschäftsführerin selbst soll demnach im November 2016 (kurz vor ihrer Pensionierung) eine Gehaltserhöhung rückwirkend ab Jänner bekommen haben. Dass es sich dabei um Brigitte Kopietz, die Frau des Intimus von Michael Häupl, Harry Kopietz, handelt, ist wahrscheinlich nur Zufall.

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