Wenn die Nächenstliebe Pause macht: Kein Asyl für verfolgte Christin - aber Moslems willkommen | Unzensuriert.at

Wenn die Nächenstliebe Pause macht: Kein Asyl für verfolgte Christin - aber Moslems willkommen

Wenn die bedauernswerte Asia Bibi keinen Asylanspruch hat, wer dann? Foto: hazteoir / flickr.com /(CC BY-SA 2.0)
Wenn die bedauernswerte Asia Bibi keinen Asylanspruch hat, wer dann?
Foto: hazteoir / flickr.com /(CC BY-SA 2.0)
28. Dezember 2018 - 6:46

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Der Vatikan bietet der verfolgten pakistanischen Katholikin Asia Bibi und ihrer Familie kein Asyl an. Das sagte Kardinal Pietro Parolin, Staatssekretär des Vatikans, am Rande einer Konferenz über Migrationsthemen in Rom, berichtet das katholische online-Magazin kath.net unter Berufung auf die italienische katholische Nachrichtenagentur SIR. Die bedauernswerte Frau saß jahrelang in Pakistan in der Todeszelle und musste nach einem Todesurteil wegen angeblicher „Blasphemie“ ständig mit ihrer Hinrichtung rechnen. Nachdem der Oberste Gerichtshof Pakistans das Urteil wegen schlechter Beweislage aufgehoben hatte, kam es im Land zu erheblichen Unruhen.

„Innerpakistanische Angelegenheit“

Asia Bibi hält sich derzeit an einem unbekannten Ort auf. Ihre Familie, ihr muslimischer Rechtsanwalt, der aus Sicherheitsgründen nach Europa geflüchtet ist, aber auch die Richter, die das Urteil aufhoben, können ihres Lebens nicht mehr sicher sein. Und mit Sicherheit auch alle, die Bibi helfend zur Seite stehen. Das weiß man auch im Vatikan – und legt den Schalter sicherheitshalber von „Asyl für alle“ auf „innerpakistanische Angelegenheit“ um.

Keinerlei Hilfe und Unterstützung für bedrohte Christin

Es handle sich um eine „innerpakistanische Angelegenheit, ich hoffe, sie kann bestmöglichst gelöst werden“, erläuterte Parolin auf Anfrage von Journalisten. Seinen Angaben zufolge setze sich der Vatikan auch nicht diplomatisch für Asia Bibi ein, so das genannte online-Magazin.

Papst holte persönlich muslimische Migranten nach Rom

Man fragt sich, warum denn der Papst es vorzieht, Muslimen Asyl zu gewähren, nicht jedoch seinen verfolgten Glaubensangehörigen? Noch dazu, wenn sie in der Tat verfolgt werden. Bei seinem Besuch in Griechenland 2016 nahm Papst Franziskus gleich drei muslimische Familien mit nach Rom, wo sie von der katholischen Gemeinschaft Sant'Egidio untergebracht und betreut werden. Und warum durfte nicht eine einzige christliche Familie gemeinsam mit nach Rom fliegen, Leute die bekanntlich selbst in Asyllagern noch von radikalen Muslimen bedroht werden?

Papst: Christliche Familien ohne gültige Papiere

Die Mitnahme der Migranten erläuterte der Papst an Bord seiner Maschine auf dem Rückflug: „Es hat keine Wahl zwischen Christen und Muslimen gegeben. Diese drei Familien hatten gültige Papiere und konnten kommen." Die beiden christlichen Familien, die auf der Liste gewesen seien, hätten diese nicht vorweisen können und es gebe „kein Privileg". Die zwölf Muslime seien „alle Kinder Gottes", antwortete er auf die Frage, warum er ausschließlich Muslime mitgenommen habe. Die Christen vermutlich auch, nur eben ohne Papiere. Da schaut man halt genauer hin.

„Gott ist Mensch geworden, nicht ,Bio-Deutscher‘“

Dass man als „Kind Gottes“ auch ohne Papiere recht gute Karten haben kann, von den Ungläubigen per rundum-sorglos-all-inclusive-Paket in der Wunschdestination Deutschland versorgt zu werden, bewies hingegen der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki in einem Interview auf rp-online.de knapp vor Weihnachten. Beinahe zynisch, oder besser frech, erklärte er:

Gott ist Mensch geworden, nicht ,Bio-Deutscher‘. Jeder Mensch darf sich darauf berufen, egal wo er herkommt … Aber die christliche Identität ist nicht dazu geeignet, ein demographisches Bollwerk gegen Zuwanderer zu errichten.

Tut sie das? Wohl kaum. Die Migrationspolitik der Kirche, vom Vatikan abwärts, wird wohl eher dazu beitragen, dass da ein „demographisches Bollwerk“ gegen diejenigen errichtet wird, die schon „länger hier leben“. Der Münchner Kardinal Reinhard Marx stellt für die „private Seenotrettung“ im Mittelmeer gerade 50.000 Euro zur Verfügung. Und das ganz ohne Risiko - und nicht aus eigener Tasche. So schön kann Nächstenliebe sein.

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