Tezcan sieht Fremdenhass in den Genen der Deutschen

HC Strache übte heftige Kritik am türkischen Botschafter

Während in der Nationalratssitzung am Donnerstag über die Abberufung des türkischen Botschafters Kadri Ecvet Tezcan diskutiert wurde, eröffnete dieser zur gleichen Zeit die Wirtschaftsmesse „ecoMigra“ im Wiener Messezentrum. Dabei machte Tezcan natürlich keine Anstalten, sich über seine wenig missverständlichen Aussagen vor einigen Tagen reuig zu zeigen. Im Gegenteil: Er hob die Messe für wirtschaftliche und kulturelle Beziehungen, die vom türkischen Verein „UETD“ mitorganisiert wurde, noch als besondere Erfolgsstory hervor. „Türken leben seit 35, 40 Jahren in diesem Land und haben bereits eine Messe“, so der umstrittene Botschafter.

Im Sitzungssaal des Parlaments ging es dagegen hart zur Sache. Erstredner Wolfgang Schüssel (ÖVP) sprach das Thema der Religionsfreiheit an, die in rund 60 Staaten der Welt nicht garantiert sei. Besonders wies er auf die massive Christenverfolgung in der islamischen Welt hin. Religionsfreiheit sei ein Grundrecht und müsse von der Weltöffentlichkeit garantiert werden, forderte Schüssel – freilich ohne den türkischen Diplomaten oder die missliche Menschenrechtslage seines Landes auch nur ansatzweise zu benennen.

HC Strache übte heftige Kritik am türkischen BotschafterErst FPÖ-Bundesparteiobmann Heinz-Christian Strache (Bild) nutzte die Nationalratsdebatte zum Außenpolitischen Bericht, um die Äußerungen des türkischen Botschafters zu kommentieren. Die beleidigenden Aussagen Tezcans hätten klar gezeigt, dass die Türkei über keinerlei Europareife verfüge und noch längst nicht im abendländischen Wertesystem angekommen sei, erklärte Strache. Der Botschafter habe sich als türkischer Nationalist und Imperialist entpuppt. Strache forderte zudem eine offizielle Entschuldigung bei den Österreichern. Gleichzeitig bekräftigte er den Abbruch der EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei. „Die Türkei ist weder historisch noch geografisch noch kulturell ein Teil Europas." Ein dazugehöriger Entschließungsantrag fand allerdings keine Mehrheit.

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Mittlerweile bestätigt sich auch die Meinung, dass die nationalistischen Aussagen Tezcans System haben. Bereits im Jahr 1993, während seiner Zeit als Generalkonsul in Hamburg, hatte der Undiplomat für Aufsehen gesorgt. In der religiös-nationalistischen Zeitschrift „Yörünge" sagte er damals: „Es gibt in Deutschland Ausländerfeindlichkeit. Sie haben sie in den Genen“ und der Westen betreibe seit 3000 Jahren „Intrigenspiele“ gegen die Türken.

Foto: FPÖ
 

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