Nicht alle Teile der katholischen Kirche sind von Multikulti begeistern und leisten sogar Widerstand.

Bild: Max Pixel / gemeinfrei
Katholische Nicht-Willkommensklastscher

Seit dem umstrittenen II. Vatikanischen Konzil driftet die katholische Kirche immer mehr auseinander. Die Zuwanderungsdebatte stellt da einen zusätzlichen Punkt für innerkatholische Meinungsverschiedenheiten dar. Während gerade im deutschen Sprachraum sehr große Teile des amtskirchlichen Apparates zu den Multikulti-Zuwanderungsenthusiasten gehören, sehr oft aus sehr durchsichtigen weltlichen Interessen heraus, gibt es auch Katholiken, die sich dem widersetzen.

Nächstenliebe muss man differenzieren

Dass gerade traditionalistische Katholiken mitunter heftige Kritiker politisch korrekter Willkommenskultur sind, machte jetzt eigens der Obere des Österreichischen Distrikts der Priesterbruderschaft St. Pius X. deutlich. Im Editorial (Leitartikel) zur Ausgabe vom Dezember 2018 des Mitteilungsblattes des Distriktes Österreich geht der profilierte Pater Stefan Frey warnend auf Distanz zur Instrumentalisierung des Gebotes der Nächstenliebe „durch Papst Franziskus und offizielle kirchliche Kreise“. Er warnt unter Hinweis auf den UN-Migrationspakt:

Solche Botschaften gefallen den Verantwortlichen der Vereinten Nationen, da sie sich mit ihrer Agenda vollständig decken. Einem von der EU-Kommission veröffentlichten abschließenden Bericht zufolge gibt es in Europa noch sehr viel Platz. Statt derzeit rund 500 Millionen sollen dann 3,8 Milliarden Menschen in Europa leben. Deutschland habe beispielsweise zu seinen 82,5 Millionen Einwohnern weitere 192 aufzunehmen, Österreich zusätzliche 67 Millionen, Frankreich 423. Grenzenloser Wahnsinn? Wer ist mein Nächster? Bei solchen Zukunftsperspektiven sträuben sich jedem nüchternen Zeitgenossen die Haare. Europa kann doch einen unkontrollierten Massenansturm unmöglich überleben. Es gibt in der Übung der Nächstenliebe eine Ordnung. Es ist unmöglich, alle Menschen gleich zu lieben, und Gott verlangt es auch nicht. Selbst dem reichsten Menschen ist es nicht möglich, allen notleidenden Menschen auf Erden wirksam zu helfen. Je näher mir ein Mensch durch die Bande der Verwandtschaft steht, umso mehr soll ich ihn lieben. Denn diese Bande bewirken eine gottgewollte Gemeinschaft.

Anwendung auf die Migrationspolitik

Eine Regierung muss die Ordnung der Gerechtigkeit und Liebe respektieren. Die Minister sind die Diener des Volkes. Ihre erste Pflicht ist es, ihrem Volk zu dienen und nicht allen Völkern der Erde. Das wäre utopisch und selbstmörderisch. Erste Priorität hat das Gemeinwohl der Untergebenen, und dann nach Maßgabe der Klugheit und der Möglichkeit, muss eine Regierung bereit sein, Fremden in schwerer Not humanitäre Hilfe zu leisten. Das entspricht auch der abendländischen Tradition seit eh und je. Wenn man diese Ordnung nicht respektiert, ergeben sich Schäden, die – je nach dem – in eine Katastrophe führen können. „Nächstenliebe“ zum Schaden anderer ist keine wahre Liebe, sondern Sünde.

Unbegrenzte Migration riefe enorme Schäden hervor: „Zum Schaden dieser Migranten selbst, da man ihren Egoismus provoziert und sie darin fördert. Zum Schaden des Ursprungslands. Der dritte Schaden betrifft die europäische Länder, die Wohltäter, die überschwemmt werden. Soll es wirklich nach der Agenda der UNO gehen, hat man für Europa den Super-GAU zu befürchten“.

Islamisierung droht

Der Spitzenvertreter der Priesterbruderschaft St. Pius X. Frey warnt eigens vor einer drohenden Islamisierung und hält fest „Grenzenlose Migration hat darum mit wahrer Nächstenliebe nichts zu tun, sondern ist deren dämonische Entstellung, die dämonischen Zielen dient.“

Zu solch deutlichen Worten des österreichischen Distriktoberen der Priesterbruderschaft St. Pius X., Stefan Frey, passt, dass in einem Exklusivinterview der noch recht neue Generalobere der Priesterbruderschaft St. Pius X., Davide Pagliarani, der gerade an den amtskirchlichen katholischen Bischöfen in der Bundesrepublik heftige Kritik äußert. Es ist bezeichnenderweise die gerne als rechts eingestufte Priesterbruderschaft St. Pius X., welche in dem düsteren Zukunftsroman „Die Moschee Notre Dame. Anno 2048“ von Jelena Tschudinowa in einem längst islamistisch unterjochten Frankreich das Rückgrat einer Untergrundkirche bildet.

Zu Lebzeiten hat der Gründer der Priesterbruderschaft St. Pius X., Erzbischof Marcel Lefebvre, betont, dass es in Kirche und Staat dazu kommen kann, dass Widerstand zur Pflicht wird. So ist es wohl noch ein Hoffnungszeichen für heimatverbundene Menschen in Europa, dass Gemeinschaften wie die Gründung Lefebvres sowie die mit ihr verbundenen Ordensgemeinschaften und Laienorganisationen ein weltweites Wachstum verzeichnen.

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