Wegen einer von der SPÖ initiierten Sondersitzung musste wohl der eine oder andere Mitarbeiter der roten Bezirksvorstehung etwas länger arbeiten.

Bild: Thomas Ledl / wikimedia.org (CC-BY-SA-4.0)
SPÖ-Wunschvorstellung ade: Mitarbeiter im roten Favoriten müssen länger arbeiten

Dass die SPÖ seit dem Verlust des Kanzlersessels völlig außer Rand und Band ist, kann mittlerweile im Tagesrhythmus aus den diversesten Mainstreammedien entnommen werden. Medien, die einst als Haus- und Hofberichterstatter der Sozialdemokratie galten. Peinliche TV-Auftritte, interne Querschüsse oder aber auch lobende Worte roter Gewerkschafter in Richtung Bundesregierung stehen mittlerweile an der Tagesordnung.

Wirre Oppositionspolitik

Da es mit einer professionellen Oppositionsarbeit nicht so wirklich klappen mag, hat man die Politik schon teilweise auf die Straße verlagert. So ließ man bis dato keine Gelegenheit aus, um nicht etwa gegen die von der Bundesregierung beschlossene Arbeitszeitflexibilisierung zu wettern. Die Warnung vor dem (angeblichen) Zwölfstundentag durfte auch bei der einen oder anderen „Donnerstagsdemo“ nicht fehlen, ein ähnliches Bild bei den Funktionärsaufläufen der roten Gewerkschaft. Der Grundtenor war leise, aber für das geschulte Auge klar erkennbar: Acht Stunden Arbeit, acht Stunden Freizeit und acht Stunden Schlaf.

Kein Achtstundentag im roten Favoriten

Blöd nur, dass man sich nicht einmal im sozialdemokratischen Umfeld daran hält. Ein Fall wurde jetzt in Favoriten bekannt. Nachdem die Favoritener Sozialdemokratie über die Weihnachtszeit den langjährigen roten Bezirksvorsteher-Stellvertreter Josef Kaindl – wie aus internen Kreisen zu erfahren ist – eher unsanft entmachtet hat, wurde in einer extra einberufenen Sonder-Bezirksvertretungssitzung am 16. Jänner der logische „Generationenwechsel“ vollzogen. Für die Wahl des nur unwesentlich jüngeren Gerhard Blöschl durfte alles antanzen, was in Favoriten politisch Rang und Namen hat bzw. hatte. Bezirksräte, aktive und inaktive Landtagsabgeordnete, ehemalige Bezirksfunktionäre, aber auch die fleißigen Mitarbeiter aus der Favoritener Bezirksvorstehung.

Von der Früh bis spät am Abend

Während die Alt-Sozis sichtlich ihrer Freude an der roten Sonderveranstaltung hatten, ist zu hinterfragen, ob die Mitarbeiter selbiger Ansicht waren. Denn so mancher Mitarbeiter, der auch schon in den frühen Morgenstunden im Favoritener Amtshaus gesichtet wurde, musste auch noch die abendliche Sonder-Bezirksvertretungssitzung absitzen – ganz im Beisein ihres Chefs, des roten Bezirksvorstehers Marcus Franz. Kurz und bündig: Vom Acht-Stunden-Arbeitstag konnten die Mitarbeiter der roten Bezirksvorstehung am Mittwoch also nur träumen.

Kein Blumenstrauss für scheidenden Bezirks-Vize

Einer hat das ganze Spektakel im Übrigen ausgelassen. Der scheidende Bezirksvorsteher-Stellvertreter war nicht mehr anwesend. So verpasste er die (wohl ganz ernstgemeinten) lobenden Abschiedsworte seines ehemaligen Chefs. Zumindest haben sich hier die zur Arbeit vergatterten Mitarbeiter die Bereitstellung des obligatorischen Blumenstraußes erspart.

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