Schriftsteller Robert Menasse wurde beim Zitieren erfundener Zitate ertappt und hat ein gestörtes Verhältnis zur Demokratie. Trotzdem (oder gerade deshalb?) wurde er von den Systemparteien mit einem Preis bedacht.

Bild: Heike Huslage-Koch - Own work / Wikimedia CC BY-SA 4.0
Für AfD ist der Fake-Zitate Erfinder Menasse als Zuckmayer-Preisträger untragbar

Der wegen falscher Zitate ins Kreuzfeuer der Kritik geratene Autor Robert Menasse hat vergangene Woche den Literaturpreis des Landes Rheinland-Pfalz erhalten. Bei der Verleihung der Carl-Zuckmayer-Medaille im Staatstheater Mainz würdigte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) das Gesamtwerk des Schriftstellers und bezeichnete ihn als „Meister der Sprache“.

Zitatfälscher will Demokratie in Teilbereichen abschaffen

Inzwischen ist ein weiteres Zitat aufgetaucht, in dem Menasse die vorübergehende Abschaffung der Demokratie fordert und unser gegenwärtiges Demokratiemodell dem „Untergang weihen“ möchte. In „Der Europäische Landbote“ von 2012 erklärt Menasse sein gestörtes Verhältnis zu demokratischen Spielregel. Der Preisträger dort wörtlich:

Die Demokratie erst einmal zu vergessen, ihre Institutionen abzuschaffen, soweit sie nationale Institutionen sind, und dieses Modell einer Demokratie, das uns so heilig und wertvoll erscheint, weil es uns vertraut ist, dem Untergang zu weihen. Wir müssen stoßen, was ohnehin fallen wird, wenn das europäische Projekt gelingt. Wir müssen dieses letzte Tabu der aufgeklärten Gesellschaften brechen, dass unsere Demokratie ein heiliges Gut ist.

AfD protestiert gegen Auszeichnung des „Demokraten“

Dazu der stellvertretende Fraktionsvorsitzende sowie bildungspolitische Sprecher der AfD-Fraktion im Landtag Rheinland-Pfalz, Joachim Paul:

Menasses Äußerungen zur Abschaffung unserer Demokratie in ihrer bisherigen Form sind ein Anschlag auf unsere Verfassung. Wer unser Demokratiemodell dem ,Untergang weihen‘ will, ist ein Verfassungsfeind und als Kandidat für die Verleihung des Zuckmayer-Preises untragbar.

Vergeblich appellierte der Politiker an die Ministerpräsidentin die Auszeichnung für Menasse nicht vorzunehmen, da sie mit einer Auszeichnung das Fundament unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung beschädige und ganz bewusst die Gesellschaft spalte, so Paul.

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