Dem SPÖ-Politiker und ehemaligen Schwimmverbands-Präsidenten steht das Wasser bis zum Hals (Symbolbild).

Bild: Klaus Paier / Wikimedia, gemeinfrei
Wien: SPÖ-Gewerkschafter und Gemeinderat wegen Beihilfe zu schwerem Betrug angeklagt

Der an Skandalen reichen Wiener SPÖ droht weiteres Ungemach. Wie er gegenüber der Kronen Zeitung selbst bestätigte, ist dem Wiener Gemeinderat und Vorsitzenden der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten „Younion“, Christian Meidlinger, am 31.Jänner eine Anklageschrift wegen des Verdachts der Beitragtäterschaft zu schwerem Betrug zugestellt worden. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Einflussreicher SPÖ-Funktionär

Als Intimus des Wiener Bürgermeisters Michael Ludwig ist Christian Meidlinger nicht nur in der Gewerkschaft, sondern auch in der Wiener SPÖ eine große Nummer (genauer gesagt die Nummer zwei hinter Ludwig). Nun könnten ihn Malversationen im Österreichischen Schwimmverband (OSV), die in die Zeit seiner Präsidentschaft zurückreichen, zum Verhängnis werden. Meidlinger hatte diese Funktion von September 2012 bis August 2013 inne. Zuvor war er Präsident des einflussreichen Wiener Landesverbands gewesen.

Jahrelanger Förderbetrug im Schwimmverband

Konkret geht es um eine jahrelang im Schwimmverband praktizierte Praxis, Sportler überhöhte Abrechnungen unterschreiben zu lassen und sie zu Blanko-Unterschriften zu nötigen. In welche Kanäle die so lukrierten „Mehreinnahmen“ aus Bundesfördergeldern flossen, ist unbekannt. In einer Stellungnahme gegenüber der Kronen Zeitung gibt der Politiker an, damals „von dieser Geschichte“ nichts gewusst zu haben, und dass er „mit Hilfe von externen Prüfern alles aufdecken“ wollte. Der Politiker wolle sich gegen die Anschuldigungen der Staatsanwaltschaft mit allen rechtlich möglichen Mitteln zur Wehr setzen.

Niemals von irgendetwas gewusst zu haben und für nichts verantwortlich zu sein hat angesichts zahlreicher Skandale und hunderter Millionen verschleuderter Steuergelder bei der Wiener SPÖ allerdings bereits Tradition.

Rücktritt aus „familiären Gründen“

Im Jahr 2013 war Meidlinger als Verbandspräsident zurückgetreten. Sein Rücktritt ging zeitlich mit einer anderen Affäre einher. Der ehemalige Weltklasseschwimmer Dinko Jukic hatte damals aufgedeckt, dass Meidlingers Ehefrau eine Akkreditierung als sogenannter „Support Staff“ für die Schwimm-WM in Barcelona erhalten hatte, was Trainern von aktiven Sportlern hingegen verwehrt worden war. Der Präsident legte daraufhin Jukic den Verbandsaustritt nahe, trat dann aber selbst zurück.

Schon Vorgänger in Förderskandal verwickelt

2012 war Meidlingers Vorgänger im Schwimmverband, Paul Schauer, zurückgetreten. Im Jahr 2010 hatte der damalige Kassier des OSV, Walter B., auf Basis eines Werkvertrags zwei Scheinrechnungen in Höhe von je 36.208 Euro ausgestellt. Laut dem Nachrichtenmagazin News soll der Vertrag nicht nur vom Kassier, sondern auch vom später zurückgetretenen Präsidenten Schauer unterschrieben gewesen sein.

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