Volksbefragung in Ungarn: 99 Prozent stimmten für mehr eigene Kinder statt Einwanderung | Unzensuriert.at

Volksbefragung in Ungarn: 99 Prozent stimmten für mehr eigene Kinder statt Einwanderung

Staatssekretärin Katalin Novák präsentiert einen Fragebogen zur „Volksbefragung zum Schutz der Familien“. Foto: Botár Gergely/kormany.hu
Staatssekretärin Katalin Novák präsentiert einen Fragebogen zur „Volksbefragung zum Schutz der Familien“.
Foto: Botár Gergely/kormany.hu
3. Februar 2019 - 21:15

Mehr zum Thema

In Ungarn fand Ende 2018 eine „Volksbefragung zum Schutz der Familien“ statt (unzensuriert berichtete). Darin wurden den Ungarn elf Fragen zum Thema Familienförderung gestellt. Hintergrund der Befragung ist, dass Ungarn an einem Bevölkerungsschwund leidet. Die Regierung hat bereits mehrere Schritte zur Erhöhung der Kinderzahl gesetzt. Mit dieser Befragung wollte sich die Regierung diese Maßnahmen durch das Volk bestätigen lassen.

Zustimmung lag bei jeder Frage zwischen 93 und 99 Prozent

Nun wurden die Ergebnisse der Befragung veröffentlicht. Diese zeugen von einem überwältigenden Rückhalt der Familienpolitik Viktor Orbáns im Volk. Bei jeder der elf Fragen sprachen sich zwischen 93 und 99 Prozent der Teilnehmer für die jeweils vorgeschlagene Maßnahme und damit für den Standpunkt der Regierung aus.

Knapp 1,4 Millionen Ungarn haben an der Befragung teilgenommen. Dies entspricht bei etwa 7,9 Millionen Wahlberechtigten einer Beteiligung von 17,7 Prozent. Die linke Opposition hatte zum Boykott der Befragung aufgerufen. 92 Prozent der Teilnehmer schickten den Fragebogen per Post zurück, acht Prozent füllten ihn im Internet aus.

Einwanderung mit 99 Prozent abgelehnt

Die erste Frage war diejenige, ob das Volk der Bevölkerungsabnahme lieber mit Einwanderung oder mit mehr Familienförderung begegnen will. Diese Frage wurde vermutlich nicht zufällig als erste gestellt. Sie hat zweifellos die größten Auswirkungen auf die kommenden Generationen. Hier antworteten überwältigende 99,2 Prozent, dass sie keine Einwanderung, sondern stattdessen mehr Familienförderung möchten. Nur eine andere der elf Fragen erreichte noch mehr Zustimmung.

Alle elf Fragen mit ihren Zustimmungsraten

Wir haben alle elf Fragen übersetzt. Nach jeder Frage ist der Anteil derjenigen angegeben, die mit Ja antworteten. Die Begleittexte zu den Fragen können in unserem früheren Artikel nachgelesen werden.

Stimmen Sie zu, dass die Bevölkerungsabnahme nicht durch Einwanderung, sondern durch eine stärkere Förderung der eigenen Familien behoben werden soll? Ja: 99,2 Prozent.

Stimmen Sie zu, dass die neuen Programme zur Förderung der Familien an die Werktätigkeit gebunden werden? Ja: 97,5 Prozent.

Stimmen Sie zu, dass die jungen Ehepaare bei der selbstständigen Lebensführung unterstützt werden? – Ja: 98,2 Prozent.

Stimmen Sie zu, dass im Fall mehrerer Kinder mehr Unterstützung geleistet werden soll? – Ja: 95,9 Prozent.

Stimmen Sie zu, dass Mütter mit mindestens drei Kindern besonders unterstützt werden? – Ja: 93,4 Prozent.

Stimmen Sie zu, dass die Mutterschaft als Hauptberuf anerkannt wird? – Ja: 93,7 Prozent.

Stimmen Sie zu, dass die Arbeitsaufnahme von kindererziehenden Frauen unterstützt werden soll? – Ja: 97,8 Prozent.

Stimmen Sie zu, dass Familienmitglieder, die ihre kranken Kinder zuhause pflegen, eine besondere Unterstützung erhalten sollen? – Ja: 98,8 Prozent.

Stimmen Sie zu, dass die geistige, seelische und körperliche Entwicklung unserer Kinder ein Wert ist, den der ungarische Staat schützen muss? – Ja: 99,4 Prozent.

Stimmen Sie dem Grundprinzip zu, dass Kinder ein Recht auf Mutter und Vater haben? – Ja: 98,8 Prozent.

Stimmen Sie zu, dass die Unterstützung der Familien mit Kindern durch Kredite den Schutz der Zweidrittel-Mehrheit erhält? – Ja: 97,5 Prozent.

Staatsekretärin Novák: Familienförderung wird ausgeweitet

Katalin Novák, die Staatssekretärin für Jungend und Familie, stellte gemeinsam mit Staatssekretär Csaba Dömötör die Ergebnisse der Befragung in einer Pressekonferenz am 22. Jänner vor. Novák sagte, dieses Resultat sei die Bestätigung, dass die Ungarn die Zukunft in der Unterstützung ungarischer Familien und in der Geburt ungarischer Kinder sähen, nicht in der Einwanderung und der Förderung der Migration. Durch die Volksbefragung habe die Regierung einen Auftrag bekommen. In den nächsten Wochen würden weitere Maßnahmen zum Ausbau der Familienförderung beschlossen.

Volksbefragung mit den drittmeisten Teilnehmern

Die aktuelle Volksbefragung zum Schutz der Familien liegt gemessen an der Teilnehmerzahl auf Platz drei. Volksbefragungen haben in Ungarn unter Viktor Orbán Tradition. Vor derjenigen über die Familienpolitik gab es zuletzt Ende 2017 eine „Volksbefragung über den Soros-Plan“ (unzensuriert berichtete). Damals sprachen sich bei jeder Frage rund 98 Prozent gegen die Einwanderung aus. Die Befragung über den Soros-Plan ist mit 2,3 Millionen Teilnehmer noch immer die mit der höchsten Teilnehmerzahl. Auf Platz zwei liegt die Volksbefragung „Stoppen wir Brüssel!“ vom Mai 2017 mit 1,7 Millionen Teilnehmern.

Gefällt Ihnen unsere Berichterstattung? Dann unterstützen Sie uns mit einer Spende:
IBAN: AT581420020010863865, BIC: EASYATW1, Unzensuriert.at
SPENDEN
in

Die Kommentarfunktion ist deaktiviert. Weitere Informationen dazu finden Sie im Artikel Es reicht! Keine Leserkommentare mehr auf Unzensuriert, dafür Aktion Hassmelder