Der 469 eingeführte Feiertag des Hl. Valentin wurde 1969 wieder aus dem Generalkalender der katholischen Kirche gestrichen – was blieb, ist vielfach Kommerz.

Bild: Karl-Ludwig Poggemann / flickr.com (CC BY 2.0)
Amtskirchliche Kulturzerstörung – was blieb, außer Kommerz, vom Valentinstag?

Über viele Jahrhunderte war St. Valentin einer der beliebtesten Heiligen der ganzen Christenheit. Sein traditioneller Gedenktag, der 14. Februar, war längst zu einem festen Bestandteil der Volkskultur in verschiedenen Ländern geworden. Anhänger verschiedener Konfessionen und auch viele Nichtchristen erwiesen ihm besondere Verehrung, und sehr viele wollen davon auch weiterhin nicht lassen.

Opfer der Nachkonzilszeit – Sieg theologischer „Korrektheit“

So wundert es nicht, dass der 14. Februar auch heute in der weltweiten Gemeinschaften der Anglikaner und bei vielen Lutheranern begangen wird. Etwas später im Jahr wird der heilige Valentin bei Orthodoxen durch einen Gedenktag geehrt. Supermärkte, Discounter, Reiseanbieter und natürlich Floristen haben den Gedenktag des heiligen Valentin fest im Programm. Der Valentinstag begegnet uns in Spielfilmen bis in amerikanische Science-Fiction-Produktionen hinein.

Nur, wo ist der Gedenktag dieses Mega-Heiligen in der offiziellen katholischen Kirche geblieben? Erst jetzt wieder wunderte sich mancher noch praktizierende Katholik, dass es im amtskirchlichen Bereich keinen Valentinstag mehr gibt. Tatsächlich wurde der Gedenktag des heiligen Valentin in der von Konservativen standhaft kritisierten „Liturgiereform“ 1969 eliminiert. Begangen wird er natürlich weiterhin von jener wachsenden Schar von Katholiken, die an der vorkonziliaren Liturgie festhalten.

Anbiederung an kommunistische Ideologie

Seitens der katholischen Amtskirche wollte man mit einem Märtyrer, dem im 3. Jahrhundert die Treue zur eigenen Überzeugung wichtiger als das irdische Leben war, nach dem umstrittenen II. Vatikanischen Konzil (1962-1965) scheinbar nichts mehr zu tun haben. Fand doch ab dem II. Vatikanischen Konzil eine beschämende Anbiederung an kommunistische Terrorregime statt, nachdem die oberste Kirchenleitung schon auf diesem umstrittenen Konzil dafür gesorgt hatte, dass jede Verurteilung kommunistischer Ideologie und Verbrechen unterblieb. Auf dem II. Vatikanischen Konzil unterließ man es demonstrativ, auch nur Worte des Bedauerns für die Opfer kommunistischer Tyrannei wie anderer Gewaltregime auszusprechen.

Heiliger „weggesäubert“

Der heilige Valentin, der als Opfer des Widerstandes gegen die Mächtigen seiner Zeit ein Gegenprogramm zu solcher Anpasserei darstellt, findet sich nicht mehr im amtskirchlichen Messbuch seit Ende der 1960er Jahre. Im vorkonziliaren Messbuch war und ist der heilige Valentin noch ehrenvoll berücksichtigt. Einher mit solch liturgischer „Säuberung“ ging die Zerstörung ungezählter Heiligenbilder- und -statuen. Immerhin tröstlich, dass solche amtskirchliche Kulturzerstörung nicht die Verehrung für Sankt Valentin im Volk zerstören konnte.

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