Im Mai 2018 fand in rund 3.000 Volksschulen eine Überprüfung der Mathematik-Kompetenz statt.

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Mathematik-Kompetenz in Volksschulen: Besser als 2013, Migranten viel schlechter als Inländer

Im Mai 2018 fand an den österreichischen Volksschulen eine Überprüfung der Mathematik-Kompetenz statt. Getestet wurden rund 74.000 Schüler der 4. Klassen in circa 3.000 Volksschulen in allen neun Bundesländern. Es war das zweite Mal nach 2013, dass eine derartige Überprüfung durchgeführt wurde.

Nun wurden die Ergebnisse präsentiert. Diese zeigen eine deutliche Verbesserung gegenüber 2013. Der Mittelwert der erreichten Punkte lag 2018 bei 551 (2013: 533). 82 Prozent der Schüler haben 2018 den Bildungsstandard erreicht oder übertroffen (2013: 77 Prozent). Die Spitzengruppe, die den Standard übertroffen hat, machte 16 Prozent aus (2013: 12 Prozent). 10 Prozent haben den Standard teilweise erreicht (2013: 12 Prozent). Somit bleiben acht Prozent, die den Standard nicht erreicht haben (2013: 11 Prozent).

Migranten sind deutlich schlechter in Mathematik

Die Leistung in Mathematik ist bei Migranten deutlich schlechter. Migrant bedeutet hier, das beide Elternteile nicht in Österreich oder Deutschland geboren sind. Das traf zum Zeitpunkt des Tests auf 23 Prozent der getesteten Schüler zu. Bei den Migranten haben lediglich 67 Prozent den Standard erreicht oder übertroffen, bei den Österreichern und Deutschen hingegen 87 Prozent. Der Mittelwert der erzielten Punkte liegt bei den Migranten bei 504, bei den Österreichern hingegen bei 565. Über die genauen Unterschiede gibt diese Tabelle Auskunft. Alle Zahlen beziehen sich auf die Überprüfung im Mai 2018:

 

Schüler gesamt

Österreicher und Deutsche

Migranten

Standard übertroffen

16 %

19 %

6 %

Standard erreicht

66 %

68 %

61 %

Standard teilweise erreicht

10 %

8 %

17 %

Standard nicht erreicht

8 %

5 %

15 %

Mittelwert (Punkte)

551

565

504

Migranten stellen innerhalb der schlechtesten Gruppe (Standard nicht erreicht) mit 47 Prozent fast die Hälfte der Schüler. In der Spitzengruppe stellen sie hingegen nur 9 Prozent. Ihre Über- beziehungsweise Unterrepräsentation ist somit sehr stark, da Migranten 23 Prozent der getesteten Schüler ausmachen.

Geschlechtsunterschied weniger stark als zwischen Österreichern und Migranten

Man kann auch deutliche Unterschied der Mathematik-Kompetenz zwischen den Geschlechtern feststellen. Der Mittelwert der Buben lag bei 562, derjenige der Mädchen bei 540 Punkten. Bei den Buben erreichten 19 Prozent die Spitzengruppe (Standard übertroffen), bei den Mädchen 13 Prozent. Sechs Prozent der Buben fallen in die schlechteste Gruppe (Standard nicht erreicht), bei den Mädchen sind es neun Prozent. Mädchen stellten 49 Prozent der Schüler, 58 Prozent in der schlechtesten Gruppe und 39 Prozent in der Spitzengruppe. Die Unterschied zwischen den Geschlechtern sind somit viel geringer als die Unterschiede zwischen Österreichern und Migranten.

Wien ist absolutes Schlusslicht

In Wien waren 48 Prozent der getesteten Schüler Migranten. Dementsprechend schneiden Wiens Schüler in Mathematik deutlich schlechter ab als die der anderen Bundesländer. 13 Prozent der Wiener Schüler haben den Standard nicht und weitere 13 Prozent teilweise erreicht. Somit haben nur 74 Prozent den Standard erreicht oder übertroffen, die Spitzengruppe macht 14 Prozent aus. Zwischen den anderen Bundesländern sind die Unterschiede eher gering. Am besten schneiden Salzburg und das Burgenland ab. In Salzburg erreichten oder übertrafen 88 Prozent den Standard (Spitzengruppe 18 Prozent), während ihn fünf nicht erreichten. Im Burgenland lagen die entsprechenden Werte bei 87, 17 und vier Prozent.

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